von wk 28.10.2026 10:24 Uhr

Nonstal: Über 100 Erntehelfer sollen ausgebeutet worden sein

Für Einreise und spätere Regularisierung sollen Arbeiter bis zu 18.000 Euro bezahlt haben. Die Finanzpolizei ließ Vermögen im Wert von 384.551 Euro beschlagnahmen.

Symbolbild: (Foto UT24/lf)

Mehr als 100 ausländische Erntehelfer sollen im Nonstal unter ausbeuterischen Bedingungen gearbeitet haben. Die Finanzpolizei ermittelt gegen einen ausländischen Unternehmer aus dem Gastgewerbe. Er soll gemeinsam mit Unternehmern aus der Landwirtschaft ein System illegaler Arbeitsvermittlung aufgebaut haben.

Hohe Forderungen für Einreise und Arbeitsvertrag

Laut den Ermittlern soll der Unternehmer zwischen 2020 und 2025 von Landsleuten jeweils 10.000 bis 12.000 Euro verlangt haben, um ihnen die Einreise nach Italien über das staatliche Kontingentverfahren „Decreto Flussi“ zu ermöglichen. Weitere 4.000 bis 6.000 Euro seien für die angekündigte Umwandlung eines Saisonarbeitsvertrags in ein reguläres Arbeitsverhältnis gefordert worden. Für einzelne Arbeiter hätten sich die verlangten Beträge damit auf bis zu 18.000 Euro summiert.

Die Arbeiter seien vor allem in landwirtschaftlichen Betrieben im Nonstal beschäftigt worden, teilweise auch in Restaurants. Nach Auswertung von mehr als 8.500 Chatnachrichten, Betriebsunterlagen und Aussagen der Betroffenen gehen die Ermittler davon aus, dass die tatsächlichen Arbeitstage länger waren als gemeldet. Ein Teil der Arbeiter soll ohne Arbeitsvertrag und mit Löhnen unter den geltenden Kollektivvertragsansätzen beschäftigt worden sein.

Unterkünfte in schlechtem Zustand

Auch die Unterbringung der Arbeiter ist Teil der Ermittlungen. Viele sollen gegen Bezahlung in überfüllten und heruntergekommenen Wohnungen des Beschuldigten untergebracht worden sein. Die Finanzpolizei wirft ihm vor, die Notlage der Arbeiter und ihre Abhängigkeit von Unterkunft und Arbeit ausgenutzt zu haben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trient ordnete das Gericht eine vorsorgliche Beschlagnahmung von Vermögen im Wert von 384.551 Euro an. Dem Unternehmer werden illegale Arbeitsvermittlung und Ausbeutung, Erpressung sowie Selbstgeldwäsche vorgeworfen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite