Nach Schneechaos: Neue Stromleitung bringt St. Lorenzen Sicherheit

Stromausfälle machten Handlungsbedarf deutlich
Das Schneechaos im November 2019 zeigte, wie anfällig die Stromversorgung im Pustertal ist. Am 13. November fielen die Hochspannungsleitungen zwischen Bruneck und Brixen sowie zwischen Bruneck und Toblach aus. Haushalte und Betriebe waren ohne Strom, die Pustertalbahn stand still und das Krankenhaus Bruneck musste auf Notstrom umschalten. In Teilen des Tales dauerten die Ausfälle mehrere Tage.
Neue Leitung stärkt die Versorgung
Die neue, rund 22 Kilometer lange Leitung verbindet die Terna-Schaltanlage in Vintl mit der Primärkabine Bruneck an der Grenze zu Percha. Sie ist für 132 Kilovolt ausgelegt und wird vollständig unterirdisch verlegt. Die Bauarbeiten begannen im November 2023. Die Investition von Terna beträgt rund 50 Millionen Euro. Die Leitung verbessert die Versorgungssicherheit und den Transport erneuerbarer Energie. Unterirdisch verlegt, ist sie zudem vor Schäden durch Schneedruck und umstürzende Bäume geschützt.
Trasse und Bauarbeiten in St. Lorenzen
Land, Terna und die Gemeinden Vintl, Kiens, St. Lorenzen und Bruneck einigten sich Ende 2021 auf die Trasse. In St. Lorenzen verläuft sie über die alte Straße in Sonnenburg, entlang der Sonnenburger Leite und im Bereich Pflaurenz an der Südumfahrung weiter Richtung Bruneck und Percha. Durch die Abstimmung mit den Bauarbeiten zur neuen Einfahrt ins Gadertal musste die Straße im Bereich Kniepass nicht kurz nach ihrer Errichtung erneut aufgegraben werden.
Die Grabungsarbeiten im Gemeindegebiet sind abgeschlossen, Leerrohre und Kabel verlegt. Auch die alte Straße in Sonnenburg wurde wiederhergestellt und asphaltiert. „Die Zusagen des Landes wurden eingehalten“, sagt Vizebürgermeister Dominik Huber.
Neuer Gehweg ohne Kosten für die Gemeinde
Im Zuge der Arbeiten entstand außerdem ein Gehweg zwischen dem ANAS-Haus und der Peintnerbrücke. Die Gemeinde hatte darauf bestanden, ihn bei der Geländemodellierung nach den Grabungsarbeiten zu errichten. Dadurch konnte der Gehweg ohne Kosten für die Gemeinde gebaut werden. Ein früherer Versuch, beim Bau der Peintnerbrücke einen Gehsteig anzulegen, war an einer fehlenden Genehmigung des Straßendienstes gescheitert.






