Bemerkungen zu Zeit und Ewigkeit von Florian Stumfall
Es gibt einen sinnvollen Weg für den Disput über die Schönheit, nämlich den, der sich am Menschen orientiert. Die Merkmale, wonach dies vonstattengeht, sind die nämlichen, durch die man die Verschiedenartigkeit der Individuen untereinander feststellt, diejenigen der Physis, des Intellekts, ...der Psyche, der Ästhetik und der Ethik. An all diesem, so scheint es, soll die Schönheit Anteil haben. Die Physis spielt als das äußere Bild die unmittelbarste Rolle, sie appelliert an das Auge und ermöglicht einen ersten Eindruck. Der Intellekt ist berührt, wenn es darum geht, eine Mitteilung zu machen, denn die Schönheit soll auch eine Botschaft vermitteln. Die Psyche rezipiert das Gefallen, die innere Freude am Erlebnis des in Frage stehenden Objekts. Die Ästhetik vereint als komplexe Größe die beiden Faktoren Physis und Intellekt, weil sie neben der äußeren Erscheinung auch deren Gesetzmäßigkeit mit einschließt. Die Ethik schließlich kennzeichnet den intimsten Bereich der Schönheit. Für das Bestehen dieses Zusammenhangs gibt es keine besseren Zeugen als die Griechen des alten Hellas, die das "kalos kai agaqos", das "Schöne und Gute", nachgerade zu einem einzigen Begriff verschmolzen haben, der im Bewußtsein der klassischen Zeit eine zentrale Rolle gespielt hat, ganz so wie derjenige der Ma'at in alten Ägypten.
von Florian Stumfall























