von wk 14.10.2026 11:51 Uhr

Italien: 100 Milliarden bei Renten eingespart

Die Rentnergewerkschaft der AGB/CGIL prangert jahrzehntelange Kürzungen bei der Rentenanpassung an. Ein Beispiel aus Südtirol zeigt laut Gewerkschaft, wie stark die Verluste ausfallen.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mehr als 100 Milliarden Euro soll der Staat in den vergangenen 30 Jahren bei den Renten eingespart haben. Die Rentnergewerkschaft der AGB/CGIL kritisiert diese Summe scharf: Die Einsparungen seien keine abstrakte Größe, sondern gingen zulasten jener Menschen, die gearbeitet und Beiträge eingezahlt haben.

„Die Renten sind kein Geldautomat für den Staat“, sagt Alfred Ebner, Sekretär der Rentnergewerkschaft. Wer die Inflation bei den Renten nur teilweise oder gar nicht ausgleiche, nehme den Betroffenen Kaufkraft – und senke zugleich die Grundlage für spätere Erhöhungen. Ein einmal entstandener Verlust werde dadurch nicht einfach wieder aufgeholt.

37.498 Euro weniger in 14 Jahren

Wie groß die Einbußen sein können, zeigt laut Ebner ein konkretes Beispiel: Wer heute eine monatliche Bruttorente von 2.826 Euro bezieht, habe zwischen 2012 und 2025 insgesamt 37.498 Euro brutto verloren. Die von der Gewerkschaft angeführte Studie beziffert die Einsparungen des Staates über drei Jahrzehnte auf mehr als 100 Milliarden Euro.

Besonders stark sei die Belastung in der Provinz Bozen ausgefallen. Die Inflation habe dort von 2012 bis 2025 etwa zehn Prozentpunkte über dem nationalen Durchschnitt gelegen.

Gewerkschaft warnt vor weiteren Einschnitten

Vor dem kommenden Haushaltsgesetz befürchtet die Gewerkschaft, dass die Rentenanpassung erneut zum Gegenstand politischer Sparpläne wird. Dabei treffen hohe Kosten für Strom, Lebensmittel und Gesundheit Rentner besonders. Bei gleichem Einkommen zahlten sie zudem bereits mehr Steuern als Erwerbstätige, erklärt Ebner.

Der LGR/SPI fordert eine vollständige und dauerhaft gesicherte Anpassung der Renten an die Inflation. Dass der Staat über Jahrzehnte Milliarden bei den Renten eingespart hat, darf aus Sicht der Gewerkschaft nicht weiter als bloße Haushaltsmaßnahme behandelt werden: Die Rechnung dafür tragen Menschen, deren Renten an Kaufkraft verlieren. Ebner verlangt klare, langfristige Regeln: Die Anpassung müsse wieder eine Garantie sein und dürfe nicht zur Unbekannten werden.

 

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