„Kein Einzelfall“- STF warnt nach Waffen-Vorfall an Meraner Schule

Dabei soll ein etwa zehn- bis zwölfjähriger Junge plötzlich auf dem Basketballfeld des Pausenhofes aufgetaucht sein. Zunächst habe er ein Büschel Gras in der Hand gehalten. Kurz darauf sei er zurückgekehrt – mit einem Gewehr, das er offenbar mit dem Gras zu verdecken versucht habe. Später habe der Junge zusätzlich drei oder vier Pistolen aus dem Gebüsch geholt und sei damit über das Spielfeld gegangen. Nach erster Einschätzung dürften es sich bei den Pistolen um Spielzeugwaffen gehandelt haben, beim Gewehr sei dies jedoch nicht eindeutig erkennbar gewesen.
Die Lehrperson zeigte sich nach dem Vorfall tief erschüttert. Zudem wird berichtet, dass sich immer wieder schulexterne Jugendliche und junge Männer auf dem Schulgelände aufhalten, Lehrkräfte beschimpfen und sogar versuchen, diese vom Platz zu verweisen. Was früher undenkbar gewesen wäre, scheine an manchen Orten zunehmend zur Realität zu werden.
Erschütterung nach Vorfall an Grundschule in Meran
Die Süd-Tiroler Freiheit spricht von einem zutiefst besorgniserregenden Ereignis und fordert die Landesregierung zum Handeln auf. Schulen müssten geschützte Orte sein. Lehrpersonen dürften nicht zusätzlich zu ihrer pädagogischen Tätigkeit auch Sicherheitsaufgaben übernehmen müssen, nur weil schulfremde Personen ungehindert Schulgelände betreten.
„Dieser Vorfall muss alle Alarmglocken schrillen lassen. Wenn eine Lehrperson während einer Turnstunde plötzlich einem Jungen gegenübersteht, der mit einem Gewehr und mehreren Pistolen über ein Schulgelände läuft, dann ist das kein harmloser Zwischenfall mehr. Dann ist das ein Sicherheitsversagen. Die Landesregierung muss endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen. Es braucht keine weiteren Beschwichtigungen, sondern konkrete Maßnahmen. Unsere Kinder und Lehrpersonen haben ein Recht darauf, sich in der Schule sicher zu fühlen!“, erklärt Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit.
Forderung nach mehr Sicherheit an Südtirols Schulen
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert in der Folge eine sofortige Überprüfung der Sicherheitslage an allen Schulen in Südtirol, insbesondere dort, wo es bereits wiederholt zu Vorfällen mit schulfremden Personen gekommen sein soll. Schulhöfe dürften keine rechtsfreien Räume sein. Wo regelmäßig fremde Jugendliche oder Erwachsene das Gelände betreten, Lehrkräfte bedrängen oder Kinder gefährden, brauche es klare Zutrittsregelungen, Kontrollen und eine regelmäßige Präsenz der Ordnungskräfte.
Der Vorfall dürfe nicht als Einzelfall abgetan werden. Wenn Lehrpersonen berichten, dass Beschimpfungen, Einschüchterungen und unbefugte Personen auf Schulgeländen bereits zur Normalität geworden seien, bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Sicherheit der Kinder dürfe nicht erst dann ernst genommen werden, wenn bereits Schlimmeres passiert ist.






