Freiheitliche: „Bürger zahlen höchste Strompreise Europas“

Kritik an Strompreisen trotz hoher Eigenproduktion
Südtirol produziert jährlich rund 7.044 GWh Strom und damit mehr als doppelt so viel, wie im Land selbst verbraucht wird (3.071 GWh). Der überschüssige Strom wird exportiert. Dennoch liegen die Strompreise für Haushaltskunden in Italien – und damit auch in Südtirol – laut unabhängigen Preisvergleichen zuletzt europaweit an der Spitze.
Zwerger kritisiert diese Entwicklung deutlich: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Südtirol mehr Strom produziert als es braucht, die Bürgerinnen und Bürger aber dennoch die höchsten Strompreise in ganz Europa bezahlen müssen.“ Die Autonomie müsse genutzt werden, um Familien und Betriebe zu entlasten und den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Kritik am Klimaplan 2040 und an Heizungsumstellungen
Auch der Klimaplan 2040 steht im Zentrum der Kritik. Die Freiheitlichen sehen die vorgesehenen Maßnahmen als technisch und finanziell kaum umsetzbar. Besonders problematisch sei die geplante Umstellung von bereits neu installierten, fossil betriebenen Heizsystemen auf Wärmepumpen.
Viele Familien hätten in den vergangenen Jahren entsprechende Anlagen auch mit staatlicher Förderung eingebaut. Eine erneute Umrüstung sei für viele finanziell nicht tragbar, so Zwerger. Dies widerspreche jeder Planungssicherheit und erschüttere das Vertrauen in die Politik.
Hinzu komme ein praktisches Problem: Wärmepumpen seien in vielen historischen Ortskernen aus baulichen und denkmalschutzrechtlichen Gründen kaum installierbar. Ein Klimaplan, der diese Realität nicht berücksichtige, sei „wertlos – aber für die Steuerzahler sündteuer“.
Kritik am öffentlichen Verkehr
Auch im Verkehrsbereich sehen die Freiheitlichen große Lücken. Zwar werde eine stärkere Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr grundsätzlich unterstützt, die Realität in vielen kleineren Gemeinden und abgelegenen Tälern sehe jedoch anders aus.
Dort fehle es oft an regelmäßigen Bus- und Bahnverbindungen. Ein Verzicht auf das Auto sei daher vielerorts nicht möglich. „Bevor man den Bürgern vorschreibt, ihr Auto abzuschaffen, muss man ihnen eine echte Alternative bieten“, so Zwerger.
„Theorie und Realität klaffen auseinander“
Insgesamt kritisieren die Freiheitlichen eine starke Diskrepanz zwischen politischen Zielen und praktischer Umsetzbarkeit. Die Klimapolitik sei „fern jeder Vernunft“ und nicht ausreichend an den realen Bedingungen im Land ausgerichtet, heißt es in der Aussendung.






