Amhof sieht Rentengefälle als „Spiegelbild der Gesellschaft“

Hauptursache ist laut Amhof die ungleiche Verteilung von unbezahlter Familien- und Pflegearbeit. Sie führt bei Frauen häufiger zu Erwerbsunterbrechungen oder weniger Arbeitsstunden. Das zeigen auch aktuelle Daten zu den Arbeitszeiten in der Euregio: Die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Südtirol und Tirol arbeitet nicht in Vollzeit. Mehr als jede vierte Teilzeitkraft in der Europaregion möchte mehr arbeiten als bisher.
Die Förderung der Frauenbeschäftigung ist deshalb ein Schwerpunkt der Arbeitsmarktstrategie des Landes. Die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt sei in Südtirol höher als in anderen italienischen Regionen, liege aber deutlich unter jener Tirols. „Hier wollen wir aufholen“, sagt Amhof. Der Wiedereinstieg nach einer Mutterschaft verzögere sich oft, weil flexible Arbeitszeitmodelle fehlen.
Um die Lohn- und Rentenschere zu schließen, sieht sie mehrere Seiten gefordert. Frauen sollten aktiv für das Alter vorsorgen und die Möglichkeiten der Zusatzvorsorge nutzen. Arbeitgeber seien gefordert, flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle einzuführen. Zudem gehe es darum, die Sorgearbeit für Kinder und Angehörige partnerschaftlich aufzuteilen.
Ziel seien Rahmenbedingungen, die Frauen ein ungebrochenes und existenzsicherndes Erwerbsleben von der Ausbildung bis zum Renteneintritt ermöglichen. „Nur wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, schließen wir die Lohn- und Rentenschere dauerhaft“, so Amhof.






