Schlaganfall: Jede Minute zählt

Ein plötzlich hängender Mundwinkel, ein schwacher Arm oder Sprachprobleme können auf einen Schlaganfall hinweisen. Dabei wird ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. „Zeit ist Gehirn“, betont Giosuè Gulli, Primar der Neurologie am Krankenhaus Bozen. Je schneller die Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu verhindern.
Bei einem Schlaganfall zählt deshalb jede Minute. Mit Medikamenten kann ein Blutgerinnsel aufgelöst werden. In geeigneten Fällen lässt es sich auch mithilfe eines Katheters aus dem betroffenen Blutgefäß entfernen. In der Stroke Unit des Krankenhauses Bozen werden die Patienten anschließend engmaschig betreut. Auch Rehabilitation und die Behandlung von Risikofaktoren sind wichtig.
Um einen Schlaganfall rasch zu erkennen, hilft die FAST-Regel: Hängt ein Mundwinkel herab? Kann die betroffene Person beide Arme heben? Ist die Sprache plötzlich undeutlich oder unverständlich? Trifft eines dieser Warnzeichen zu, muss sofort die Notrufnummer 112 gewählt werden – auch wenn die Beschwerden wieder verschwinden.
Das persönliche Risiko lässt sich unter anderem durch die Kontrolle des Blutdrucks und der Cholesterinwerte, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und den Verzicht auf das Rauchen senken.
Bei der Akutversorgung erzielt Südtirol laut dem Bericht „Programma Nazionale Esiti“ 2025 gute Ergebnisse: Die Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen nach einem ischämischen Schlaganfall lag im Datenjahr 2024 bei rund sechs Prozent. Der nationale Median betrug 8,4 Prozent.






