von wk 15.10.2026 13:26 Uhr

Trotz neuer Umweltkompetenz: ENAC bleibt bei Heli-Landungen zuständig

Rom soll dem Land die Entscheidung über Helikopterlandeplätze übertragen – oder Südtirol zumindest ein Mitspracherecht, im besten Fall ein Vetorecht, einräumen. Die Autonomiereform eröffnet neuen Handlungsspielraum beim Umweltschutz. Für Flugtätigkeit und Landungen ist aber weiterhin die ENAC zuständig.

Foto: UT24/lf

Der Südtiroler Landtag hat am Donnerstag einstimmig einen Antrag der Grünen angenommen. Darin wird das italienische Parlament und die Regierung in Rom aufgefordert, die Zuständigkeit für die Festlegung von Helikopterlandeplätzen an Südtirol zu übertragen. Mindestens soll das Land bei entsprechenden Entscheidungen mitreden oder Einspruch erheben können. Der Antrag reagiert auf den zunehmenden touristischen Helikopterverkehr und die Proteste von Anwohnern. Kritisiert werden vor allem Lärm, Folgen für Umwelt und Landschaft sowie Einbußen bei der Lebensqualität.

Was die Autonomiereform verändert

Die Autonomiereform trat am 23. Juni 2026 in Kraft und erweiterte die Zuständigkeiten des Landes. Dazu gehört eine ausschließliche Gesetzgebungskompetenz im Bereich Umweltschutz und Ökosystem. Südtirol kann diesen neuen Spielraum nutzen, um strengere Regeln etwa zum Schutz vor Lärm und Umweltbelastungen auszuarbeiten.

Damit liegt die gesamte Luftfahrtzuständigkeit jedoch nicht automatisch beim Land. Wie der Südtiroler Landtag am 13. Oktober berichtete, ist die ENAC weiterhin für Flugtätigkeit und Landungen zuständig. Die nun angenommene Forderung zielt deshalb auf eine zusätzliche Übertragung von Befugnissen oder zumindest auf ein Mitspracherecht bei der Genehmigung von Landeplätzen.

Foppa: „Diesen Entwicklungen müssen wir Einhalt gebieten“

„Im Landtag herrschte einstimmiger Konsens. Das sagt viel aus, gerade nach einem Sommer, in dem sich der Unmut in der Bevölkerung deutlich gezeigt hat. Diesen Entwicklungen müssen wir Einhalt gebieten, denn genau darum geht es. Denn das Geschäft boomt, ich habe auch Werbung für touristische Helikopterflüge mit Weinverkostung zu einem Preis von knapp 2.000 Euro gefunden“, erklärte die Erstunterzeichnerin Brigitte Foppa.

Landeshauptmann Arno Kompatscher habe zudem versprochen, dass für touristische Flüge in Südtirol strengere und restriktivere Regeln erlassen würden, sagte Foppa.

„Die Bevölkerung leidet unter diesen Auswüchsen. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass bei Entscheidungen über neue Landeplätze die Bedürfnisse der Umwelt und der Menschen, die hier leben, berücksichtigt werden“, erklärten die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler abschließend.

 

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