von wk 12.10.2026 13:38 Uhr

ASGB fordert rasche Entlastung bei Energiepreisen

Gewerkschaft schlägt Einmalzahlung für Familien, höheren Entlastungsbonus und Änderungen bei Mietbeiträgen und Pendlergeld vor

Foto: Autonomer Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB)

Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) begrüßt die Ankündigung von Landeshauptmann Arno Kompatscher, den Landeshaushalt 2027 stärker auf soziale Gerechtigkeit und die Kaufkraft auszurichten. Angesichts möglicher weiterer Energiepreissteigerungen fordert der ASGB jedoch schon jetzt konkrete Hilfen für Familien, Arbeitnehmer und Rentner.

„Entscheidend wird allerdings sein, welche konkreten Maßnahmen daraus entstehen und wie schnell diese bei den Menschen ankommen“, sagt ASGB-Vorsitzender Tony Tschenett. Die Entwicklung auf den Energiemärkten gebe Anlass zur Sorge. Bereits im Oktober seien die Strompreise im geschützten Markt für besonders schutzbedürftige Kunden deutlich gestiegen.

Einmalzahlung und höherer Entlastungsbonus

Als erste Maßnahme schlägt der ASGB eine einmalige Unterstützung für Familien vor, die das Landeskindergeld beziehen. Da der Landesverwaltung die nötigen Daten vorliegen, könnte die Auszahlung laut Gewerkschaft ohne zusätzliches Ansuchen erfolgen.

Zudem fordert der ASGB einen neuen Entlastungsbonus nach dem Vorbild von 2022. Damals erhielten anspruchsberechtigte Haushalte einmalig 500 Euro. Die Gewerkschaft schlägt vor, die ISEE-Grenze von damals 40.000 auf 46.000 Euro anzuheben. Damit könnten auch Haushalte mit Arbeitnehmern und Rentnern berücksichtigt werden, die trotz eines höheren Einkommens unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden.

Mietbeiträge erhöhen, Pendlergeld wieder anheben

Auch bei den Beiträgen für Miete und Wohnungsnebenkosten sieht der ASGB Handlungsbedarf. Die Zugangskriterien müssten an die heutigen Lebenshaltungskosten angepasst und die ausbezahlten Beträge spürbar erhöht werden.

Die Kürzung des Pendlergeldes um 250 Euro je Beitragsstufe müsse rückgängig gemacht werden. Zudem sollten die Beiträge angesichts der gestiegenen Treibstoffkosten angehoben werden. Besonders betroffen seien Arbeitnehmer, die für den Arbeitsweg auf das eigene Auto angewiesen sind.

Der ASGB appelliert an die Landesregierung, rasch zu handeln und mögliche Unterstützungen bereits vor dem Haushaltsjahr 2027 umzusetzen. „Soziale Gerechtigkeit darf sich nicht auf Ankündigungen beschränken, sondern muss sich konkret in den Geldtaschen der Menschen bemerkbar machen“, sagt Tschenett.

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