Heimatbund: „Ein Freiheitskämpfer hat uns verlassen“

Als nach den Anschlägen der „Feuernacht“ im Juni 1961 die Presse über bestialische Folterungen Südtiroler Gefangener durch die Carabinieri berichtete, hatte sich Rainer Mauritz zusammen mit anderen Studenten dem „Befreiungsausschuss Südtirol“ (BAS) angeschlossen und war am 10 September 1961 von den Carabinieri verhaftet und schwer misshandelt worden.
Er wurde im Februar 1962 vor dem Schwurgericht in Rom zu 5 Jahren, 5 Monaten und 10 Tagen Haft verurteilt.
Aufgrund von Amnestien und Begnadigungen konnten Mauritz und seine Mitgefangenen Helmut Wintersberger, Richard Schwach und Helmut Golowitsch sowie die deutschen Studenten Meurer, Klein und Schlegl im September und Dezember 1963 wieder nach Hause zurückkehren.
Nach seiner Freilassung schloss Mauritz sein Studium ab und kehrte trotz eines während der Haft erlittenen schweren Beinbruchs zum Fechtsport zurück. Beruflich leitete er mehr als drei Jahrzehnte ein multinationales Unternehmen.
Erst mehr als sechs Jahrzehnte später entschloss sich Mauritz, seine Aufzeichnungen aus der Gefängniszeit öffentlich zu machen. In seinem 2026 bei dem Effekt-Verlag in Neumarkt in Südtirol erschienenen Buch „Rabenschwarze Tage – Wenn Freiheit Freiheit kostet“ setzte er sich mit seinen Erlebnissen, aber auch mit Fragen nach Schuld, Verantwortung, Freiheit und persönlicher Haltung auseinander.
Der Südtiroler Heimatbund trauert mit den Angehörigen und wird ihn in ehrendem Gedächtnis behalten. Die Verabschiedung von Reiner Mauritz findet am Dienstag, 20.10.2026 um 10:30 Uhr in der Aufbahrungshalle am Friedhof Mauerbach (Bezirk St. Pölten) statt.






