von lif 29.09.2026 10:28 Uhr

Südtirolaktivist Reiner Mauritz verstorben

Reiner Mauritz, Zeitzeuge der Südtiroler Freiheitsbewegung, ehemaliger Spitzensportler und Unternehmer, ist am vergangenen Sonntag unerwartet verstorben.

Mauritz Reiner (Bild: eth)

Der 1941 geborene Mauritz studierte Wirtschaftswissenschaften und engagierte sich als junger Student für das Selbstbestimmungsrecht Südtirols. 1961 beteiligte er sich an Anschlägen in Rom, die auf die ungelöste Südtirol-Frage aufmerksam machen sollten. Auf der Rückreise wurde er gemeinsam mit einem Mitstreiter in La Spezia verhaftet. Es folgten schwere Misshandlungen und mehrere Jahre Haft in italienischen Gefängnissen.

Nach seiner Freilassung schloss Mauritz sein Studium ab und kehrte trotz eines während der Haft erlittenen schweren Beinbruchs zum Fechtsport zurück. Fast 15 Jahre gehörte er der österreichischen Fechtmannschaft an. Später wurde er Präsident des Österreichischen Fechtverbandes und gehörte für zwei olympische Perioden dem Exekutivkomitee des Internationalen Fechtverbandes FIE an. Beruflich leitete er mehr als drei Jahrzehnte ein multinationales Unternehmen. 

Erst mehr als sechs Jahrzehnte später entschloss sich Mauritz, seine Aufzeichnungen aus der Gefängniszeit öffentlich zu machen. In seinem 2026 bei Effekt! Buch erschienenen Werk Rabenschwarze Tage – Wenn Freiheit Freiheit kostet setzte er sich mit seinen Erlebnissen, aber auch mit Fragen nach Schuld, Verantwortung, Freiheit und persönlicher Haltung auseinander. 

Mit Reiner Mauritz ist eine Stimme verstummt, die ein bewegtes Kapitel der jüngeren Südtiroler und österreichischen Geschichte aus eigener Erfahrung erzählen konnte. Sein Buch bleibt als persönliches Zeugnis dieser Zeit erhalten.

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