Letzte Brombeeren des Jahres: Was man jetzt noch sammeln kann

Von Juli bis in den September hinein lohnt sich der Blick an den Wegesrand. Die glänzenden, dunkelvioletten Früchte gibt es zum Nulltarif, wenn man sich von den vielen Stacheln nicht abschrecken lässt. Wer heuer noch sammeln will, sollte sich also beeilen. Im Vergleich zu den Kulturbrombeeren aus dem Handel haben die wilden Früchte ein besonders intensives Aroma. Reif sind sie, wenn sie auf sanften Druck leicht nachgeben und sich einfach vom Zweig lösen lassen.
Viel befahrene Straßen und beliebte Hunderouten meidet man beim Sammeln besser. In Gebieten, in denen der Fuchsbandwurm nachgewiesen wurde, gilt: erst ab einer Wuchshöhe von 80 Zentimetern pflücken und die Beeren nur nach sehr gründlichem Waschen essen. Ganz sicher geht, wer die Früchte erhitzt, so die VZS.
Trotz ihres Namens ist die Brombeere gar keine Beere. Sie ist eine Sammelsteinfrucht mit vielen kleinen Steinfrüchten auf einer Fruchtachse. Anders als bei der Himbeere wird diese Achse mitgegessen.
Was drinsteckt
„Gesundheitlich punktet die Brombeere mit ihrem hohen Gehalt an bioaktiven sekundären Pflanzenstoffen, allen voran den Anthocyanen“, sagt Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. Diese Stoffe schützen die Pflanze vor UV-Licht und wirken antioxidativ. Sie schützen also pflanzliche wie menschliche Zellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen, den freien Radikalen. In der Werbung heißt das dann „Anti-Aging“. Studien zufolge könnten vor allem die Nervenzellen im Gehirn davon profitieren. Dazu liefern Brombeeren Magnesium, Vitamin C, B-Vitamine, Carotinoide und Ballaststoffe.
Rasch verarbeiten
Reife Brombeeren sind empfindlich und schimmeln schnell. Am besten verteilt man sie flach auf einem Tablett oder Teller im Kühlschrank, höchstens zwei Tage lang, und wäscht sie erst kurz vor dem Essen. Die Früchte schmecken frisch, im Obstsalat oder im Müsli, als Püree in Jogurt, Quark oder Buttermilch, zu Eis, Sorbet und anderen Desserts. Auch Marmelade, Saft, Sirup, Likör und Kuchen lassen sich damit machen.
Wer die letzte Ernte über den Winter retten will, friert die gewaschenen Früchte zuerst auf einem Tablett vor und füllt sie danach portionsweise in Behälter.
Rund 100 Gramm Brombeeren mit einem Liter Apfel- oder Weinessig in ein großes Glas geben. Die Früchte müssen komplett bedeckt sein. Das Glas verschließen und zwei bis vier Wochen kühl und dunkel stehen lassen, danach filtern und in Flaschen abfüllen. So hat man im Spätherbst noch etwas von der Ernte.
Die Blätter der Brombeere enthalten viele Gerbstoffe, Flavone und ätherische Öle. Schon im Mittelalter wurden sie zu Heilzwecken verwendet. Junge, zarte Blätter und Triebe kann man noch bis in den Herbst hinein ernten. Nach einem Fermentationsprozess und anschließender Trocknung eignen sie sich sogar als Alternative zu Schwarztee.






