von wk 05.10.2026 06:13 Uhr

Sechs neue Diakone – keiner stammt aus Südtirol

Fünf Männer aus Tansania und einer aus Indien haben im Brixner Dom die Diakonweihe empfangen. Nach ihrer Priesterweihe in der Heimat sollen sie ab September 2027 für fünf Jahre in Südtirols Seelsorge mitarbeiten.

Bild: Diözese/Ohnewein

Sechs Priesteramtskandidaten hat Bischof Ivo Muser am Sonntag, 4. Oktober 2026, im Brixner Dom zu Diakonen geweiht. Die Feier brachte eine Premiere mit sich: Keiner der sechs gemeinsam geweihten Männer stammt aus der Diözese Bozen-Brixen. Muser ging in seiner Predigt ausdrücklich auf diese besondere Zusammensetzung ein.

Die Kandidaten kommen aus fünf tansanischen Diözesen und einer indischen Diözese. Seit 2021 bereiten sie sich in Brixen auf das Priesteramt vor. Ihr weiterer Weg führt sie zunächst zurück in ihre Heimat und anschließend für einen mehrjährigen Einsatz wieder nach Südtirol.

Ausbildung mit Einblicken in Südtirols Pfarrleben

Die fünf neuen Diakone aus Tansania sind Ditrick Titus Makali aus der Diözese Sumbawanga, Jordan Filbert und Oscar Peter Fredrick aus Kigoma, Reuben Ibrahim Mmbaga aus Same sowie Vicent William Kijonga aus Singida. Der sechste Kandidat, Madhu Kalaka, stammt aus der indischen Diözese Vijayawada.

Ihre Ausbildung erfolgt im Rahmen eines Projekts, das Bischof Muser und der damalige Leiter des diözesanen Missionsamtes, Wolfgang Penn, angestoßen haben. Zum Ausbildungsweg gehört neben dem Priesterseminar auch die Mitarbeit in Südtiroler Pfarreien. Durch diese praktischen Erfahrungen werden die Kandidaten mit den Menschen und dem kirchlichen Leben vor Ort vertraut.

Fünf Jahre als Kooperatoren vorgesehen

In den nächsten Monaten absolvieren die sechs Diakone ihr Pastoraljahr und arbeiten in größeren Seelsorgeeinheiten mit. Für April 2027 ist die Rückkehr in ihre Heimatdiözesen geplant. Dort sollen sie die Priesterweihe empfangen.

Ab September 2027 ist ein fünfjähriger Einsatz als Kooperatoren in der Diözese Bozen-Brixen vorgesehen. Danach sollen die Priester wieder in ihre Heimatdiözesen zurückkehren.

Das Projekt verbindet damit die Zusammenarbeit mit den Partnerdiözesen mit einer längerfristigen Unterstützung der Seelsorgeeinheiten in Südtirol.

Muser stellt den Dienst am Menschen in den Mittelpunkt

In seiner Predigt griff der Bischof die unterschiedliche Herkunft der Weihekandidaten auf. Die weltweite Gemeinschaft der Kirche finde ihre Einheit in Christus, nicht in einer gemeinsamen Sprache, Herkunft oder Nationalität.

„Die Kirche wird nicht kleiner, wenn verschiedene Kulturen zusammenkommen. Sie wird reicher“, sagte Muser.

Den neuen Diakonen gab er zugleich mit auf den Weg, ihr Amt als Dienst an den Menschen zu verstehen. Verkündigung, Liturgie und tätige Nächstenliebe gehörten dabei zusammen.

Die Weihe fand am Fest des heiligen Franziskus von Assisi statt. In dessen Geist rief Muser die Kandidaten dazu auf, Brücken zwischen Kulturen und Generationen sowie zwischen Kirche und Gesellschaft zu bauen und den Menschen Hoffnung zu vermitteln.

Erstmals ein Seminarist aus Ecuador

Während die sechs Diakone den nächsten Abschnitt ihrer Ausbildung beginnen, ist bereits eine weitere Gruppe in Brixen angekommen. Vor wenigen Tagen trafen sechs neue Seminaristen ein: vier aus Tansania, einer aus Indien und erstmals einer aus Ecuador.

Für sie beginnt der Ausbildungsweg zunächst mit einem Jahr des Sprachenlernens. Erste Praktika und pastorale Einsätze ergänzen diese Vorbereitung.

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