von lif 24.08.2026 18:17 Uhr

Südtiroler Heimatbund gedenkt an verstorbenen Freiheitskämpfer

Am 26. Juli verstarb Karl Finatzer, der ehemalige Mitbegründer der Schützenkompanie Neumarkt und Freiheitskämpfer der sechziger Jahre, im hohen Alter von 101 Jahren in Gmünd (Kärnten). Der „Südtiroler Heimatbund“ (SHB) trauert mit den Angehörigen. 

Karl Finatzer (Bild: SHB)

Er hatte die faschistische Unterdrückung in Südtirol erlebt, so der Südtiroler Heimatbund. In der Schulklasse durften er und die anderen deutschen Kinder nicht Deutsch sprechen. Sie wurden von italienischen Mitschülern als „porchi tedeschi“ („deutsche Schweine“) bezeichnet und von den italienischen Lehrern geschlagen. Dies berichtete Karl Finatzer in einem selbst verfassten Lebenslauf, den seine Enkelin Helene Finatzer dem Heimatbund übermittelte. Die ihm als Kind behördlich aufgezwungene Uniform der faschistischen Jugendorganisation „Balilla“ hatte er in einem Hühnerstall entsorgt und war darauf hin aus der Schule entlassen worden. Nach 1945 hatte sich durch die Fortsetzung der faschistischen Unterdrückungspolitik die Situation unerträglich zugespitzt. Finatzer hatte dann federführend an nächtlichen Aktionen teilgenommen, bei denen Tiroler Fahnen gehisst wurden, so der SHB.

Wegen seines Einsatzes für die bedrohte Heimat musste Finatzer bereits 1960 nach Österreich flüchten. Angeklagt im ersten Mailänder Prozess konnte ihm aber nichts nachgewiesen werden, nur eine Straßensperre mit einem Baumstamm an der Landesgrenze in Salurn. Angeklagt war er auch wegen „Politischer Verschwörung“. Wie seine Enkelin Helene Finatzer mitteilt, hat ihr Großvater Südtirol nach seiner Flucht aus persönlichen Sicherheitsgründen zehn Jahre nicht mehr betreten. Er konnte deshalb den Schreinerei-Familienbetrieb nicht weiterführen und auch an der Beisetzung seiner Eltern nicht teilnehmen.

Zu seiner sehr würdig gestalteten Beerdigung in Gmünd am 3. August waren auch Manfred und Wolfram Klotz, die Söhne des Freiheitskämpfers Georg Klotz gekommen und hatten vor dem Grab salutiert.

Der „Südtiroler Heimatbund“ (SHB) wird Karl Finatzer in ehrendem Andenken behalten.

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