von mmh 16.08.2026 10:26 Uhr

Trockenheit setzt Tirol zu – Rekord bei Waldbränden

Die anhaltende Trockenheit stellt Tirols Feuerwehren in diesem Jahr vor außergewöhnliche Herausforderungen. Seit Jahresbeginn wurden bereits 52 Waldbrände registriert. Rund 3.900 Feuerwehrkräfte standen bei den bisherigen Einsätzen im Einsatz – damit wurde bereits jetzt ein höherer Wert erreicht als bei den Waldbränden in den vergangenen Jahren jeweils im gesamten Jahr.

Im Bild ein kleineres "Bambi-Bucket" (1.000 Liter), das im Füllbecken mit Löschwasser gefüllt wird. Das neu angeschaffte Bambi-Bucket wird ein Fassungsvolumen von 2.950 Litern haben, das Füllbecken („Pumpkin Tank“) 54.500 Liter. (Bild: © LFV/Wegscheider)

Auch bei der Zahl der notwendigen Feuerwehreinsätze wurde ein neuer Höchststand erreicht. Das Land Tirol reagiert darauf mit zusätzlicher Spezialausrüstung für die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden.

100.000 Euro für neue Spezialausrüstung

Die Tiroler Landesregierung hat am Hohen Frauentag beschlossen, insgesamt bis zu 100.000 Euro für den Landes-Feuerwehrverband Tirol bereitzustellen. Angeschafft werden ein sogenannter „Bambi Bucket“ mit einem Fassungsvermögen von 2.950 Litern sowie ein „Pumpkin Tank“ mit einem Fassungsvermögen von bis zu 54.500 Litern.

Das neue Löschbehältnis soll künftig beim Landes-Feuerwehrverband Tirol bereitstehen und bei Bedarf rasch eingesetzt werden können.

„Unsere Feuerwehren sind in diesem Jahr in besonderem Maß gefordert. Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist und welche Herausforderungen durch Trockenheit und zunehmende Vegetationsbrände auf uns zukommen“, betont Landeshauptmann Anton Mattle. Gleichzeitig seien die Feuerwehren hervorragend ausgebildet und ausgerüstet, um im Ernstfall rasch und professionell zu handeln.

Wertvolle Zeit bei Hubschraubereinsätzen sparen

Die Bekämpfung von Waldbränden ist in Tirol aufgrund der alpinen Topografie besonders anspruchsvoll. Steiles und schwer zugängliches Gelände erschwert die Löscharbeiten vom Boden aus. Zudem können sich bei Boden- und Erdbränden Glutnester tief im Untergrund halten und später erneut aufflammen.

Bei Bränden in unwegsamem Gelände kommen deshalb auch Hubschrauber zum Einsatz. Das Österreichische Bundesheer stellt dafür unter anderem den S-70 „Black Hawk“ zur Verfügung. Dieser kann Löschbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 3.000 Litern transportieren.

Bisher verfügte Tirol allerdings über kein Löschbehältnis dieser Größenordnung. Bei einem Einsatz mussten entsprechende Behälter daher aus Ober- oder Niederösterreich auf dem Straßenweg nach Tirol gebracht werden. Durch die neue Ausrüstung soll diese Zeit künftig eingespart werden.

Der Landes-Feuerwehrverband schafft einen „Bambi Bucket BB6578“ mit 2.950 Litern Fassungsvermögen um rund 76.000 Euro an. Hinzu kommt ein Füllbecken mit bis zu 54.500 Litern Fassungsvermögen samt Zubehör und Kleinmaterial um rund 24.000 Euro.

Feuerwehrkräfte speziell für Waldbrände ausgebildet

Sicherheitslandesrätin Astrid Mair verweist auf die hohe Belastung der Einsatzkräfte. Die zahlreichen Einsätze würden zeigen, wie wichtig eine leistungsfähige und gut vorbereitete Feuerwehr sei. Gleichzeitig hätten die vergangenen Einsätze gezeigt, dass sich die Investitionen in Ausbildung, Ausrüstung und Spezialisierung bewähren.

Auch Landesfeuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter sieht die bisherige Waldbrandsaison als Beleg für die Bedeutung der spezialisierten Ausbildung. „52 Waldbrände und 3.900 eingesetzte Feuerwehrkräfte allein im heurigen Jahr sind außergewöhnliche Zahlen“, erklärt Unterladstätter.

Die Einsätze seien häufig mit körperlich fordernder Arbeit in steilem Gelände, bei großer Hitze und unter schwierigen Bedingungen verbunden. Die Feuerwehrkräfte seien speziell auf solche Situationen vorbereitet und verfügten in allen Bezirken über die notwendige Ausrüstung.

Das neue Löschbehältnis soll die bestehenden Möglichkeiten nun erweitern. Gerade bei größeren oder schwer zugänglichen Waldbränden sei die Zusammenarbeit mit Hubschraubern ein wichtiger Bestandteil der Einsatzführung. Durch die künftig direkt in Tirol verfügbare Ausrüstung könne im Ernstfall wertvolle Zeit gewonnen werden.

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