Tirol baut barrierefreie Wanderwege weiter aus

Zu den Beispielen zählen der Reintaler See im Bezirk Kufstein, der Seefelder Wildsee im Bezirk Innsbruck-Land und der Schlosskopf Ehrenberg im Bezirk Reutte. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt zehn Projekte realisiert. Neun weitere Vorhaben befinden sich derzeit in Umsetzung.
Gefördert werden unter anderem die Sanierung bestehender Wanderwege, der Neubau mobilitätsfreundlicher Wege, Themenwege und barrierefreie Zugänge zu Naturzielen. Das Land Tirol übernimmt dabei bis zu 70 Prozent der förderbaren Nettogesamtkosten.
„Natur und Erholung sollen allen Menschen zugänglich sein“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sollen dadurch die Tiroler Landschaft möglichst selbstbestimmt erleben können.
Vom Außerfern bis ins Unterland
Die ersten entsprechenden Angebote entstanden vor einigen Jahren vor allem im Außerfern. Mittlerweile gibt es Projekte in mehreren Regionen Tirols. Neue mobilitätsfreundliche Wege entstehen unter anderem in Seefeld-Leutasch, im Kaunertal und im Wipptal.
Ein Beispiel ist der Rundweg am Reintaler See in Kramsach. Dort wurden ein barrierefreier Seezugang und ein Bewegungspark geschaffen. Das Projekt verbindet Naturerlebnis und Barrierefreiheit.
Soziallandesrätin Eva Pawlata verweist darauf, dass mobilitätsfreundliche Angebote nicht ausschließlich auf Rollstuhlfahrer ausgerichtet sind. Auch Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen und Personen mit anderen Mobilitätseinschränkungen sollen die Wege gut nutzen können.
Einheitliche Bewertung der Wege
Damit Besucher bereits vor Beginn einer Tour einschätzen können, welche Bedingungen sie erwarten, führt Tirol eine einheitliche Klassifizierung der mobilitätsfreundlichen Wanderwege ein.
Auf Grundlage einer Tiroler Richtlinie werden die Wege anhand objektiver Kriterien in die Kategorien leicht, mittelschwierig und schwierig eingeteilt. Dabei werden unter anderem Wegbreite, Längsneigung, Distanz, Höhenprofil und die Beschaffenheit der Oberfläche erfasst.
Zum Einsatz kommt dafür ein eigens entwickelter Messrollstuhl. Die Ergebnisse sollen künftig auch öffentlich zugänglich gemacht werden. Die jeweilige Einstufung wird auf den gelben Wanderwegbeschilderungen mit Plaketten sowie auf Informationstafeln an den Ausgangspunkten angegeben.
7,5 Millionen Euro in zehn Jahren
Tirol verfügt über rund 24.000 Kilometer Wanderwege. In die Wanderinfrastruktur wurden vom Land in den vergangenen zehn Jahren rund 7,5 Millionen Euro investiert. Davon entfielen etwa 3,9 Millionen Euro auf die Sanierung bestehender Wege.
Neben mobilitätsfreundlichen Wegen werden unter anderem Brücken, Rastplätze und Themenwege gefördert. Die Projekte werden vom Tiroler Landschaftsdienst fachlich begleitet und auf ihre Vereinbarkeit mit dem Tiroler Wander- und Bergwegekonzept geprüft.
Ziel ist es, Naturerlebnisse nachhaltig zu gestalten, Besucher gezielt zu lenken und gleichzeitig ein sicheres und rücksichtsvolles Miteinander am Berg zu fördern.






