Starkes Wespenjahr: Allergiker sollten aufpassen

Für die Honigbienen begann das Jahr vielversprechend: Die Winterverluste lagen unter dem langjährigen Durchschnitt, dazu sorgte eine üppige Blüte für viel Nahrung. „Der klimawandelbedingt häufigere warme Frühling erlaubt es überwinternden Königinnen, früher mit Nestbau und Eiablage zu beginnen“, erklärt der Biologe Gernot Kunz von der Universität Graz. Das führe im Spätsommer zu überdurchschnittlich starken Völkern. Auch Wespen profitieren von warmen, trockenen Bedingungen. Ob daraus tatsächlich ein ausgeprägtes „Wespenjahr“ wird, hängt laut Kunz aber vom weiteren Wetter ab: Ein kühler oder verregneter Sommer würde viele junge Nester schwächen.
Für Allergiker ist der Sommer damit eine Zeit erhöhter Vorsicht. Laut einer Aussendung seien allein in Österreich über 300.000 Menschen gegen Bienen- oder Wespengift allergisch. Bei einem normalen Stich bildet sich rund um die Einstichstelle eine gerötete Schwellung, die meist innerhalb von 24 Stunden abklingt. „Gefährlich wird es, wenn die allergische Reaktion den ganzen Körper erfasst und es zusätzlich zu Schwellungen im Gesicht oder Hals, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufproblemen kommt“, warnt der Allergologe Gunter Sturm. Im schlimmsten Fall kann das lebensbedrohlich sein.
Weil der Verlauf nicht vorhersehbar ist, rät der Experte Betroffenen, stets geeignete Notfallmedikamente mitzuführen, insbesondere Adrenalin für den Notfall, das im Ernstfall den Kreislauf stabilisieren kann.
Behandelbar ist eine Insektengiftallergie durch die allergen-spezifische Immuntherapie. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das Gift gewöhnt. Die Erfolgsrate liegt bei Bienengiftallergie über 85 Prozent, bei Wespengiftallergie sogar bei rund 95 Prozent. Dennoch erhält nur etwa einer von fünf Betroffenen eine solche Therapie.






