FPÖ fordert flächendeckenden Tierarzt-Notdienst

Die tierärztliche Versorgung im Notfall sorgt in Tirol erneut für Diskussionen. Anlass ist der Fall einer Hallerin, die nach eigenen Angaben gemeinsam mit Angehörigen in der Nacht trotz zahlreicher Kontaktversuche keinen Tierarzt erreichen konnte. Die Katze verstarb später.
Der freiheitliche Sprecher für Tierschutz im Tiroler Landtag, LAbg. StR. Alexander Gamper, sieht darin ein deutliches Warnsignal und fordert Verbesserungen beim tierärztlichen Kleintier-Notdienst.
„Wenn ein Tier in akuter Not leidet und Tierhalter im Ernstfall niemanden erreichen, dann ist das ein Alarmsignal, das die Politik ernst nehmen muss. Tierärztliche Hilfe im Notfall darf in Tirol keine Glücksfrage sein“, erklärt Gamper.
Kritik nicht an praktizierenden Tierärzten
Der FPÖ-Tierschutzsprecher betont gleichzeitig, dass sich seine Kritik nicht gegen jene Tierärzte richte, die bereits heute unter schwierigen Bedingungen Bereitschafts- und Notdienste übernehmen.
„Viele Tierärzte leisten weit über ihre regulären Ordinationszeiten hinaus hervorragende Arbeit. Wer Hilfe leistet, verdient Rückhalt und verlässliche Unterstützung statt politischem Wegschauen“, so Gamper.
Gleichzeitig verweist er darauf, dass die FPÖ das Thema bereits mehrfach im Tiroler Landtag behandelt habe. In einem Antrag aus dem Jahr 2023 sei die Prüfung eines flächendeckenden und ausfinanzierten Tierarzt-Notdienstes nach Salzburger Vorbild gefordert worden.
„Der bekannt gewordene Fall zeigt, dass der Handlungsbedarf nicht kleiner, sondern größer geworden ist“, sagt Gamper.
Forderung nach neuem Notdienstsystem
Abschließend richtet Gamper seine Kritik an die Tiroler Landesregierung und insbesondere an Landesrat Josef Geisler. Er fordert rasche Maßnahmen und eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen.
„Bloße Zuständigkeitsverweise und Lippenbekenntnisse helfen keinem leidenden Tier und keinem verzweifelten Tierhalter“, erklärt der FPÖ-Abgeordnete.
Ein funktionierender tierärztlicher Notdienst könne laut Gamper nur mit klaren Strukturen, Verbindlichkeit und notwendigen Maßnahmen geschaffen werden. Landesrat Geisler sei für die veterinärmedizinischen Agenden verantwortlich und müsse gemeinsam mit der Tierärztekammer, der Landesveterinärdirektion, den Amtstierärzten, Gemeinden, Tierkliniken und Tierarztpraxen ein funktionierendes Notdienstsystem sicherstellen.
„Wer sich einreden lässt, dass bei der tierärztlichen Versorgung alles in Ordnung sei, verkennt die Realität“, so Gamper abschließend.
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