Keine Nordische Kombination 2030? – Tirol stellt sich dagegen

„Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag für eine traditionsreiche Wintersportdisziplin und für viele Athleten, die über Jahre hinweg mit enormem Einsatz auf olympische Ziele hinarbeiten“, erklärt Wohlgemuth.
Gerade für Tirol und Österreich habe die Nordische Kombination eine besondere Bedeutung. Zahlreiche Sportler hätten über Jahrzehnte internationale Erfolge gefeiert und die Region bei Großereignissen vertreten.
„Königsdisziplin des Wintersports darf nicht verschwinden“
Die Nordische Kombination habe einige der bekanntesten Athleten der Wintersportgeschichte hervorgebracht. Genannt werden unter anderem Hannu Manninen, Jason Lamy Chappuis, Jarl Magnus Riiber sowie die Österreicher Felix Gottwald, Mario Stecher, Christoph Bieler, Wilhelm Denifl und das Tiroler Aushängeschild Johannes Lamparter.
Wohlgemuth betont, die Verbindung aus Skisprung und Langlauf sei und bleibe eine Königsdisziplin des Wintersports. Nun müsse gemeinsam daran gearbeitet werden, die Sportart wieder in das olympische Programm zurückzubringen.
Besonders hart treffe die Entscheidung jene Athleten, die ihr gesamtes sportliches Leben auf eine olympische Teilnahme ausgerichtet hätten. „Ihnen wird mit einem Schlag ein großer sportlicher Traum genommen“, so Wohlgemuth.
Frauen verlieren historische Olympia-Chance
Der Sportreferent kritisiert auch die Auswirkungen auf die Frauen in der Nordischen Kombination. Nach jahrelanger Aufbauarbeit und der Weiterentwicklung der Disziplin wäre eine erstmalige olympische Teilnahme der Frauen bei den Winterspielen 2030 realistisch gewesen.
Mit der Streichung der Sportart werde ihnen diese historische Möglichkeit genommen. Wohlgemuth sieht darin vor dem Hintergrund der Bemühungen um mehr Chancengleichheit im Sport einen Rückschritt.
Gleichzeitig fordert er, die Sportart weiter zu unterstützen. Es brauche sichere Rahmenbedingungen, eine konsequente Nachwuchsarbeit und ein klares Zeichen an die Athleten, dass ihre Leistungen weiterhin zählen.
„Es ist richtig und wichtig, dass sich der Wintersport weiterentwickelt und neue Disziplinen ihren Platz finden. Diese Entwicklung darf aber nicht dazu führen, dass gewachsene Sportarten, die den Wintersport über Generationen geprägt haben, einfach zur Seite geschoben werden“, erklärt Wohlgemuth abschließend.
Die Nordische Kombination habe weiterhin Zukunft – auch wenn das IOC mit seiner Entscheidung laut Wohlgemuth ein falsches Signal setze.






