von mmh 08.07.2026 08:46 Uhr

UNESCO-Erweiterung geplant: Südtirol will Flößerei stärker schützen

Die traditionelle Flößerei soll künftig noch stärker als immaterielles Kulturerbe gewürdigt werden. Bei einem internationalen Seminar im rumänischen Alba Iulia haben Vertreter aus Finnland, Frankreich, Italien und Rumänien mit den Arbeiten an einem Dossier begonnen, mit dem die bestehende UNESCO-Anerkennung der Flößerei auf weitere Staaten ausgeweitet werden soll.

(Foto: LPA/Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung)

Auch Südtirol war bei dem Treffen vom 2. bis 5. Juli vertreten. Für das Land Südtirol nahmen Florian Zerzer, Direktor der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, sowie Marcella Morandini, Sonderbeauftragte für UNESCO-Angelegenheiten, teil. Ebenfalls dabei war Giorgio Bertinazzo, Präsident der „Sociazion dei zateri de la dogana de Bronzol“.

Dossier soll bis 2027 ausgearbeitet werden

Am Ende des Seminars wurde vereinbart, mit der Ausarbeitung des Nominierungsdossiers für die Erweiterung der Eintragung der Flößerei in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO zu beginnen.

Eine Arbeitsgruppe aus Finnland, Frankreich, Italien und Rumänien verfolgt das Ziel, das Dossier bis zum 31. März 2027 fertigzustellen. Italien hat sich als koordinierendes Land der Initiative angeboten, während das Land Südtirol operative Unterstützung leisten soll.

Das Vorhaben wurde laut Land Südtirol mit UNESCO-Experten sowie Vertretern jener Staaten abgestimmt, in denen die Flößerei bereits in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.

„Internationale Zusammenarbeit ist stets eine wichtige Gelegenheit für Austausch und Weiterentwicklung. Der Erfahrungsaustausch bereichert uns und stärkt unser Engagement für den Schutz und die Aufwertung unserer bestehenden und zukünftigen UNESCO-Anerkennungen“, erklärt Florian Zerzer.

Tradition mit langer Geschichte in Südtirol

Landesrat Peter Brunner betont die wachsende Bedeutung der UNESCO-Anerkennungen für Südtirol. Neben dem Dolomiten-UNESCO-Welterbe setze sich das Land zunehmend für die Aufwertung des immateriellen Kulturerbes ein – etwa bei der traditionellen Bewässerung, der Transhumanz, dem Alpinismus und nun auch bei der Flößerei.

Die Flößerei habe in Südtirol eine lange Geschichte. Seit dem 15. Jahrhundert sei sie ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen. Über Jahrhunderte hinweg diente die Etsch als bedeutendster Transportweg für Holz und Waren, bis diese Rolle Mitte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung verlor.

„Es ist eine große Genugtuung zu sehen, wie die Flößerei auch auf internationaler Ebene an Bedeutung gewinnt. Dieser Prozess trägt dazu bei, eine Tradition bekannter zu machen und aufzuwerten, die seit dem 15. Jahrhundert ein zentrales Element der wirtschaftlichen Entwicklung Südtirols war“, erklärt Giorgio Bertinazzo.

Mit der geplanten Erweiterung der UNESCO-Anerkennung soll die internationale Zusammenarbeit gestärkt und die jahrhundertealte Tradition der Flößerei langfristig bewahrt werden.

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