Rückgang bei Verkehrstoten – VCÖ fordert dennoch mehr Tempokontrollen

Im Bundesländer-Vergleich gab es in Niederösterreich mit 56 die mit Abstand meisten Verkehrstoten, informierte der VCÖ. In Oberösterreich kamen 29 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in der Steiermark 26 und in Salzburg 15. Die wenigsten Verkehrstoten gab es in Wien mit drei, vor dem Burgenland mit vier und Vorarlberg mit sechs.
Österreich ist so erneut von seinem Verkehrssicherheitsziel weit entfernt. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die Anzahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren. „Die Zahl der Todesopfer ist weiterhin sehr hoch, bereits 160 Menschen verloren heuer ihr Leben im Straßenverkehr“, sagte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Im Vorjahr starben 402 Menschen auf den Straßen
Im Vorjahr stieg die Zahl der Verkehrstoten um rund 15 Prozent auf insgesamt 402. Der VCÖ erinnerte an das österreichische Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2030 – bis dahin sollen weniger als 207 Frauen, Männer und Kinder auf den Straßen sterben. Das sind um 50 Prozent weniger als im Jahresschnitt des Zeitraums 2017 bis 2019. „Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Ablenkung und zu hohe Geschwindigkeit umgesetzt werden. Besonders großen Handlungsbedarf gibt es auf den Freilandstraßen, wo die meisten tödlichen Verkehrsunfälle passieren“, so Schenk.
Pkw-Insassen größte Opfer-Gruppe
Mit über 40 Prozent stellen Pkw-Insassinnen und -Insassen weiter die größte Gruppe tödlich Verunglückter dar. Die Zahl der getöteten Personen, die auf Motorrädern unterwegs waren, blieb mit knapp unter 20 Prozent auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Einen positiven Trend gab es jedoch bei Radfahrerinnen und Radfahrern zu verzeichnen: Nach 30 Todesopfern im ersten Halbjahr 2025 kamen heuer bisher 18 Menschen ums Leben. Damit liegt der Wert wieder im Bereich des langjährigen Durchschnitts, wie der ÖAMTC berichtete.
Eine Detailanalyse der tödlichen Unfälle in den ersten vier Monaten des heurigen Jahres zeigt laut VCÖ, dass 59 Prozent der Verkehrstoten auf Freilandstraßen verunglückten. Zwei Drittel der Zwischenfälle passierten wegen Ablenkung, zu hohem Tempo oder riskanten Überholmanövern.
Auffällig sei die Entwicklung bei Jugendlichen und Senioren
Während sich ein positiver Trend in den meisten Altersgruppen zeigte und die Zahl der Toten dort zurückging, ergab sich bei jungen Erwachsenen und Seniorinnen und Senioren eine gegenläufige Entwicklung. Mit 27 Todesopfern verzeichneten laut ÖAMTC die 15- bis 24-Jährigen die höchste Opferzahl aller Altersgruppen – nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch bei Menschen ab 85 Jahren war der Anstieg besonders stark: Hier kamen im ersten Halbjahr 2026 bereits 16 Personen ums Leben, nach vier im Vergleichszeitraum 2025.
Rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle waren Alleinunfälle ohne Fremdbeteiligung. Neben Unachtsamkeit und Ablenkung spielt dabei laut ÖAMTC ebenso eine den Straßen- und Verkehrsverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit eine Rolle. Auch Radfahrende sind davon betroffen: Rund ein Viertel der tödlich verunglückten Radler kam alleine ums Leben.
VCÖ fordert mehr Tempokontrollen
Der VCÖ will für mehr Sicherheit auf den Straßen auch mehr Tempokontrollen. Denn niedrige Geschwindigkeit reduziert den Anhalteweg und senkt so das Unfallrisiko signifikant. Die Organisation fordert Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet sowie Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen.
Seit drei Jahren können Bundesländer Gemeinden auch ermöglichen, die Einhaltung der Geschwindigkeit im Ort selbst zu kontrollieren. Bisher hat einzig das Land Tirol diese sogenannte Übertragungsverordnung erteilt. „Im Ortsgebiet sind Kinder und ältere Menschen unterwegs. Werden Tempolimits missachtet, werden Gesundheit und Leben anderer gefährdet“, betonte Schenk.
apa






