Streit um Abriss der historischen Bahnremise

Bei dem Gebäude handelt es sich laut Verband um die älteste im Urzustand erhaltene Bahnremise der gesamten Europaregion Tirol. Die Landesdenkmalpflege hatte die Schutzwürdigkeit selbst festgestellt: Die Landeskonservatorin würdigte die Remise als „Industriedenkmal des Eisenbahnwesens von besonderer geschichtlicher, architektonischer und technikhistorischer Bedeutung“ und eröffnete das Unterschutzstellungsverfahren. Zum Schutz kam es dennoch nicht, denn am Ende gaben Gemeinde und Land bei einer Abwägung den Mobilitäts- und Entwicklungsinteressen den Vorrang. Besonders kritisch sieht der Verband, dass das Land zugleich Eigentümerin der Remise ist. „Das Land ist Eigentümerin, Schutzbehörde und Nutznießerin in einer Person“, kritisiert Obfrau Claudia Plaikner. „Wenn dieselbe Hand, die schützen soll, am Ende den Abriss ermöglicht, dann entzieht sich die öffentliche Hand ihrer Verantwortung.“
Ein weiterer Kritikpunkt betreffe den Klimaschutz. Auf dem Areal würden insgesamt rund 57.000 Kubikmeter Baukubatur abgerissen. „Der nachhaltigste Bau ist der, der bereits steht“, so Plaikner. Wer im Namen klimafreundlicher Mobilität funktionierende historische Substanz abreiße, betreibe das Gegenteil von Klimaschutz.
Auch am Umgang mit öffentlichen Mitteln stößt sich der Verband: Über 1,2 Millionen Euro an Steuergeldern flössen in die Sanierung genau jener Fläche, auf der die Remise steht. Zugleich würden die Busse auf bisher unversiegelten Grund ausgesiedelt und rund 7.000 Quadratmeter zuvor unverbauter Boden neu verbaut.
Der Verband verweist darauf, bereits 2023 vor dieser Entwicklung gewarnt und vorgeschlagen zu haben, die Remise in eine Gesamtplanung zu integrieren. Park & Ride und Metrobus wären aus seiner Sicht auch mit Erhalt der Remise möglich gewesen, jedoch sei diese Variante nie geprüft worden.






