von lif 30.06.2026 12:01 Uhr

Kritik: „Tirol reicht bis zum Gardasee“

Die Tiroler FPÖ-Abgeordnete Gudrun Kofler übt scharfe Kritik an der Euregio-Kampagne „Tirol reicht bis zum Gardasee“. Aus ihrer Sicht geht die Landesregierung mit der Geschichte Tirols zu leichtfertig um.

Gudrun Kofler (Bild: FPÖ Tirol)

Anlass ist die Beantwortung ihrer Landtagsanfrage durch Landeshauptmann Anton Mattle. „Es geht nicht darum, die Euregio oder den gemeinsamen Tiroler Kultur- und Lebensraum kleinzureden“, betont Kofler. Im Gegenteil: Die Euregio sei eine europäische Antwort auf die Teilung Tirols, die 1919 gegen den Willen der Bevölkerung beschlossen worden sei. Gerade aus dieser historischen Verantwortung dürfe der gemeinsame Raum nicht zu einem bloßen Werbegag verkommen. Konkret stört sich Kofler am Aufwand für ein umstrittenes Posting. Laut Anfragebeantwortung seien dafür zwei Mitarbeiter und lediglich 0,25 Arbeitsstunden aufgewendet worden. „Wer mit der Zerreißung Tirols (…) hantiert, braucht historische Sorgfalt und Sensibilität. Fünfzehn Minuten sind dafür kein Arbeitsaufwand, sondern ein politischer Offenbarungseid“, so die Abgeordnete.

Offen bleibe zudem, wer den Inhalt politisch freigegeben habe und ob Mattle als Euregio-Verantwortlicher vorab eingebunden gewesen sei. Spätestens nach einem früheren Vorfall, bei dem Südtirol in einer Kampagne der Tirol Werbung als fremdes Land bezeichnet worden war, hätte die Landesregierung ihre Kontrollmechanismen verschärfen müssen, kritisiert Kofler.

Sie fordert nun die vollständige Offenlegung der Erstellungs- und Freigabekette, eine klare Stellungnahme Mattles sowie eine verbindliche externe Prüfung bei allen Kommunikationsmaßnahmen mit Südtirol- und Euregio-Bezug. „Die Geschichte Tirols ist kein Material für billige Aufmerksamkeit“, so Kofler.

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