von ih 04.06.2026 12:28 Uhr

Bozen plant sprechende Ampeln

Bozen könnte in Zukunft einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit machen. Die Gemeinderatsmitglieder Thomas Brancaglion und Matthias Cologna vom Team K haben einen Antrag eingebracht, der die Ausstattung von Ampelanlagen mit akustischen und taktilen Hilfsmitteln deutlich ausbauen soll.

Symbolbild/Pixabay

Ziel der Initiative ist es, blinden und sehbehinderten Menschen das sichere Überqueren von Straßen zu erleichtern und ihre selbstständige Mobilität im Stadtgebiet zu verbessern. Zwar habe Bozen in den vergangenen Jahren bereits wichtige Maßnahmen zur Barrierefreiheit umgesetzt, dennoch seien viele Straßenquerungen für Betroffene weiterhin mit Schwierigkeiten verbunden.

Der Antrag des Team K sieht zunächst eine vollständige Erhebung aller Ampelanlagen im Gemeindegebiet vor. Dabei soll festgestellt werden, welche Anlagen bereits über akustische Signale oder taktile Orientierungshilfen verfügen und wo noch Nachholbedarf besteht. Auf Basis dieser Daten soll ein mehrjähriger Nachrüstungsplan erstellt werden.

Besonders berücksichtigt werden sollen stark frequentierte Bereiche wie Schulen, Bahnhöfe, Gesundheitseinrichtungen, öffentliche Ämter und Einkaufszonen. Dort sollen die Maßnahmen vorrangig umgesetzt werden.

Außerdem fordern die Antragsteller, dass künftig jede neu errichtete oder ausgetauschte Ampelanlage von Anfang an mit entsprechenden Hilfssystemen ausgestattet wird. Der Bozner Gemeinderat soll jährlich über den Fortschritt der Umsetzung informiert werden.

Neben den klassischen akustischen Signalen regt der Antrag auch die Prüfung moderner Technologien an. So könnten künftig etwa Bluetooth-Systeme eingesetzt werden, die mit Smartphones verbunden werden und sehbehinderten Menschen zusätzliche Orientierung bieten.

„Eine Stadt ist erst dann wirklich inklusiv, wenn sich alle Menschen sicher und selbstständig bewegen können“, betont Team-K-Gemeinderat Thomas Brancaglion. Noch immer seien viele blinde und sehbehinderte Menschen darauf angewiesen, ihre Wege einzuschränken oder fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit überschaubaren und planbaren Investitionen könne eine konkrete Barriere beseitigt werden. Bozen habe damit die Chance, zu einem Vorbild für barrierefreie Mobilität in Südtirol zu werden.

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