von ih 04.06.2026 12:45 Uhr

Kronplatz: Scharfe Kritik an Umweltlandesrat Brunner

Im Pustertal sorgt ein geplanter Ausbau am Kronplatz für Diskussionen. Der Umweltring Pustertal hat sich in einem offenen Brief an Umweltlandesrat Peter Brunner (SVP) gewandt und erhebt dabei deutliche Vorwürfe. Die Umweltorganisation kritisiert vor allem den Umgang mit den vorgeschriebenen Umweltprüfungen und sieht demokratische Beteiligungsprozesse gefährdet.

Von Marco Almbauer - wiki commons

Worum geht es?

Auslöser der Kritik ist ein sogenanntes Variantenprojekt der Kronplatz AG. Dabei handelt es sich um eine geänderte Version eines bereits bekannten Vorhabens am Kronplatz.

Nach Ansicht des Umweltrings hätte dieses Projekt einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden müssen. Stattdessen sei ein wichtiges Umweltgremium des Landes bei der Entscheidungsfindung übergangen worden.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung soll klären, welche Auswirkungen ein Bau- oder Infrastrukturprojekt auf Natur, Landschaft, Wasser, Tiere und Pflanzen haben kann. Sie gilt als zentrales Instrument des Umweltschutzes.

Kritik an Landesrat Brunner

Besonders überrascht zeigt sich der Umweltring darüber, dass die Entscheidung ausgerechnet vom zuständigen Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz mitgetragen wurde.

Die Organisation erklärt, man habe Peter Brunner bisher als einen Politiker wahrgenommen, der auf wissenschaftliche Daten, Bürgerbeteiligung und konsequenten Umweltschutz setze. Das aktuelle Vorgehen stehe jedoch im Widerspruch zu diesem Bild.

Die Umweltschützer befürchten, dass durch das Vorgehen das Vertrauen der Bevölkerung in Umweltpolitik und demokratische Entscheidungsprozesse geschwächt wird.

Zweifel an Gutachten

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft ein Gutachten aus dem Ressort von Landesrat Brunner. Dieses sei als eine Art „Zweitmeinung“ zur Umweltverträglichkeit des Projekts herangezogen worden.

Der Umweltring hält dies für problematisch, weil bereits frühere Bewertungen das ursprüngliche Projekt als umweltschädlich eingestuft hätten. Nach Ansicht der Organisation könnten die nun geplanten Änderungen die Auswirkungen sogar noch verstärken.

Sorge um die letzten Naturflächen

Der Kronplatz zählt zu den bekanntesten Tourismus- und Skigebieten Südtirols. Nach Auffassung des Umweltrings wurde das Gebiet in den vergangenen Jahrzehnten bereits stark genutzt und verändert.

Deshalb seien die noch vorhandenen ökologisch wertvollen Flächen besonders schützenswert. Statt weiterer Eingriffe brauche es Maßnahmen zur Erhaltung und Aufwertung dieser Naturbereiche.

Forderung nach Biodiversitätsplan

Die Umweltorganisation fordert deshalb einen verbindlichen Biodiversitätsplan für den Kronplatz und andere Skigebiete Südtirols. Ein solcher Plan würde festlegen, wie Artenvielfalt und natürliche Lebensräume langfristig geschützt und verbessert werden können.

Der Kronplatz dürfe nicht ausschließlich als touristischer Wirtschaftsraum betrachtet werden, sondern müsse auch als sensibler Naturraum behandelt werden.

Einladung an Landesrat Brunner

Zum Abschluss des offenen Briefes lädt der Umweltring Pustertal Landesrat Peter Brunner zu einer gemeinsamen Besichtigung der noch vorhandenen naturnahen Flächen am Kronplatz ein. Dabei soll öffentlich erklärt werden, warum die Empfehlungen des Umweltbeirates in diesem Fall nicht berücksichtigt wurden.

Der offene Brief wurde von der Präsidentin des Umweltrings Pustertal, Elisabeth Brunner, unterzeichnet und am 4. Juni 2026 veröffentlicht.

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