Zoff um historische Waffen: Heimatbund attackiert Kompatscher scharf

Beim Alpenregionsfest der Schützen am Bergisel wurde der Wunsch geäußert, beim nächsten Treffen in zwei Jahren in Pinzolo in Welschtirol mit historischen Waffen auszurücken. Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützen Thomas Saurer sprach sich dafür aus, diesen Transport künftig zu ermöglichen.
Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte dazu, er habe den italienischen Innenminister bereits beinahe dazu bewegen können, ein entsprechendes Dekret zu unterzeichnen. Dieser Prozess sei jedoch ins Stocken geraten. Als Grund wurde unter anderem die Einladung eines Redners zu einer Kerschbaumer-Gedenkfeier genannt, der in der öffentlichen Debatte umstritten sei.
Kompatscher sagte dazu wörtlich: „Ich habe ordentlich Feuer löschen müssen und erklären, dass die Schützen eben nicht irgendwie rechtsextrem sind.“
Kritik an Einschätzungen zur Person Dr. Hartung
Im Mittelpunkt der Kritik steht zudem die Bewertung der Aussagen über den Gedenkredner Dr. Erhard Hartung bei der Kerschbaumer-Gedenkfeier 2024. Der Südtiroler Heimatbund bezeichnet diese Einschätzungen als falsch und verweist auf angeblich gezielte Fehlinformationen.
Zur Untermauerung werden mehrere historische Stellungnahmen angeführt: So habe der frühere österreichische Finanzminister Herbert Salcher in einem Schreiben aus dem Jahr 1995 betont, dass Südtirol-Aktivitäten mit Selbstbestimmungsbezug nicht mit Extremismus gleichzusetzen seien.
Auch der damalige nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Schnoor habe in einem Schreiben erklärt, dass keine Erkenntnisse vorlägen, die Dr. Hartung extremistische Bestrebungen zuschreiben würden. Zudem habe seine geleitete „Kameradschaft der ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfer“ eine „friedlich anzustrebende Landeseinheit nach dem Muster der Deutschen Wiedervereinigung“ unterstützt.
Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster aus dem Jahr 1996 habe zudem festgestellt, dass Hartung „nicht rechtsradikal“ sei und daher nicht von der Universität entfernt werden dürfe.
Forderung nach freiem Waffentransport
Der Südtiroler Heimatbund betont, dass daher keinerlei Anhaltspunkte für die genannten Vorwürfe bestünden und kritisiert wiederkehrende öffentliche Zuschreibungen scharf. Diese seien nach Ansicht des Verbandes sogar rechtlich angreifbar.
Abschließend wird die fehlende Genehmigung für den freien Transport historischer Waffen als politisches Versäumnis bewertet. Diese sei eher auf eine zu vorsichtige Haltung des Landeshauptmanns zurückzuführen, der nicht konsequent genug Rechte innerhalb der Europaregion Tirol einfordere, so die Einschätzung des Südtiroler Heimatbundes.
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