von mmh 18.05.2026 12:31 Uhr

Immer mehr Unternehmen positionieren sich gegen die AfD

Der Chef des Keksherstellers Bahlsen, Alexander Kühnen, hat sich deutlich von der AfD distanziert und fordert von Unternehmen ein klares Bekenntnis zur Demokratie. Hintergrund sind aktuelle Umfragewerte, nach denen die Partei auf bis zu 29 Prozent kommt. Öffentliche Positionierungen von Unternehmen gelten dabei als heikel, da viele von Konsumenten abhängig sind.

APA/dpa

Kühnen erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Werte von Bahlsen nicht mit den Positionen der AfD vereinbar seien. Insbesondere Aussagen im Zusammenhang mit „Remigration“ seien für das Unternehmen nicht akzeptabel. „Wenn ich mir anschaue, welche Parteien diese Werte vertreten, dann sind das die demokratischen Parteien“, sagte er.

Wirtschaftliche Argumente gegen Abschottung

Neben der politischen Abgrenzung nannte Kühnen auch wirtschaftliche Gründe. Deutschland brauche Fachkräfte, offenen Handel innerhalb Europas und stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund sei die AfD für ihn „weder unternehmerisch noch persönlich“ eine Alternative.

Abschottende Vorstellungen passten nicht zu einem internationalen Familienunternehmen aus Hannover. Viele Programmpunkte der AfD seien mit den Überzeugungen des Unternehmens nicht vereinbar, so Kühnen weiter.

Unternehmen sollen Haltung zeigen

Der Bahlsen-Chef rief Unternehmen dazu auf, sich klar zu demokratischen Grundwerten zu bekennen. Wirtschaftslenker trügen eine große Verantwortung für den Erhalt der Demokratie. Diese müsse aktiv verteidigt werden.

Auch innerhalb des Unternehmens spiele Haltung eine zunehmende Rolle. Grundlage seien die vier Werte Neugier, Mut, Rückhalt und Ambition. Daraus seien konkrete Verhaltensweisen für den Arbeitsalltag entwickelt worden, darunter wertschätzende Zusammenarbeit, Verantwortung und ehrliches Feedback.

Debatte in der Wirtschaft spitzt sich zu

Die Diskussion über den Umgang von Unternehmen mit der AfD wird seit Monaten intensiv geführt. Besonders der Wirtschaftsverband Die Familienunternehmer geriet zuletzt in die Kritik, nachdem er angekündigt hatte, den Austausch mit AfD-Vertretern zu öffnen und ein bisheriges Kontaktverbot zu Bundestagsabgeordneten der Partei aufzuheben.

Die Entscheidung führte zu deutlichen Reaktionen in der Wirtschaft. So verließen unter anderem Rossmann und Vorwerk den Verband. Beide Unternehmen begründeten ihren Schritt mit der neuen Haltung und betonten, dass unternehmerische Positionierungen jederzeit auf demokratischen Grundwerten basieren müssten.

Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann räumte später ein, dass die Öffnung für Gespräche mit der AfD ein Fehler gewesen sei. Die Vorgänge zeigen, dass der Umgang der Wirtschaft mit der Partei weiterhin für kontroverse Diskussionen sorgt.

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