von mmh 18.05.2026 11:54 Uhr

NEOS rechnen mit Grünen ab: Tirol bei Ganztagsschulen auf letztem Platz

Die Diskussion um Ganztagsschulen in Tirol sorgt erneut für politische Spannungen. NEOS-Klubobfrau Birgit Obermüller übt scharfe Kritik an den Grünen und wirft ihnen Versäumnisse während ihrer Regierungszeit vor.

(Fotonachweis: Uniconfotos)

Auslöser ist eine aktuelle Anfrage der Grünen an Bildungsminister Christoph Wiederkehr zum Thema Ganztagsbetreuung. Für Obermüller sei diese Kritik jedoch wenig glaubwürdig.

„Grüne nehmen den Mund sehr voll“

„Die Grünen nehmen beim Thema Ganztagsschulen aktuell den Mund sehr voll. Dabei waren sie von 2013 bis 2022 selbst Teil der Tiroler Landesregierung und gerade Tirol ist heute Schlusslicht beim Angebot an Ganztagsschulen“, erklärt Obermüller.

Aus ihrer Sicht greife die Debatte der Grünen zu kurz. Die zentralen Probleme lägen nicht in Wien, sondern direkt in Tirol. Genau dort hätten die Grünen in ihrer Zeit in Regierungsverantwortung zu wenig weitergebracht.

Kritik an Infrastruktur und Personalmangel

Als Hauptprobleme nennt Obermüller die kleinteilige Schulstruktur im ländlichen Raum, fehlende Infrastruktur sowie Qualitätsprobleme beim Freizeitpersonal.

Besonders nach der GemNova-Pleite hätte das Land laut Obermüller stärker reagieren müssen. Statt eines „Qualitätsturbos“ gebe es bei der Nachfolgegesellschaft KIB laufende Wechsel in der Geschäftsführung und weiterhin kein ausreichendes Fort- und Weiterbildungsangebot. Die hohe Fluktuation beim Personal überrasche deshalb nicht.

Gemeinden und verschränkte Ganztagsschulen im Fokus

Kritik übt Obermüller auch an vielen Gemeinden, die sich ihrer Ansicht nach weiterhin vor dem Ausbau der Ganztagsangebote drücken würden.

„Es wird ständig behauptet, der Bedarf sei nicht da. Aber zuerst muss das Angebot vorhanden sein und Eltern müssen Vertrauen in die Qualität haben“, so die NEOS-Politikerin.

Besonders skeptisch sieht sie die häufig geforderte verschränkte Ganztagsschule. Diese funktioniere realistisch nur an größeren Standorten, da kleinere Schulen die personellen Anforderungen kaum stemmen könnten. Zudem seien viele Schulgebäude nicht entsprechend ausgestattet. Unterricht, Freizeitbetreuung und Ruheräume könnten nicht dauerhaft im selben Raum stattfinden.

Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen

Laut Obermüller brauche es vor allem mehr Investitionen in Ausbildung, Weiterbildung und attraktivere Arbeitsbedingungen für das Betreuungspersonal.

„Wer ernsthaft mehr Ganztagsschulen will, muss endlich in Ausbildung, Weiterbildung und attraktive Arbeitsbedingungen investieren – und nicht so tun, als läge die Verantwortung allein beim Bund“, betont sie.

Abschließend wirft Obermüller den Grünen vor, heute genau jene Probleme zu kritisieren, die sie während ihrer eigenen Regierungszeit mitverantwortet hätten.

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