Kollagenpräparate: Teuer, aber wirksam?

Die Studienlage ist jedoch durchwachsen. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025, die 23 klinische Studien auswertete, kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Nur jene Studien, die von Pharmaunternehmen finanziert wurden, zeigten eine positive Wirkung auf Falten und Hautelastizität. Unabhängige Studien konnten keinen Effekt nachweisen. Eine aktuellere Metaanalyse aus 2026 mit 113 Studien sieht zumindest Hinweise auf eine positive Wirkung bei langfristiger Einnahme auf die Hautfeuchtigkeit und Gelenkschmerzen bei Arthrose. Die Ergebnisse seien jedoch schwer vergleichbar, weitere Forschung sei nötig.
Zu wenig Kollagen pro Ampulle
Um eine wahrnehmbare Wirkung zu erzielen, bräuchte man laut Wiener Dermatologin Kerstin Ortlecher täglich zehn bis 40 Gramm Kollagen und gängige Präparate enthalten aber oft nur drei Gramm pro Ampulle, berichtet die Verbraucherzentrale Südtirol. Effektiver für die Haut seien Sonnenschutz, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Rauchen und Zucker.
„Der Effekt von Kollagenpräparaten auf die Haut ist fraglich, der Effekt auf die Geldbörse aber in jedem Fall groß“, fasst Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, zusammen. Laut Stiftung Warentest kostete das teuerste getestete Produkt bis zu 1.442 Euro pro Jahr.
Was noch zu wissen ist
Das in Europa verwendete Kollagen stammt aus Schlachtabfällen wie Schweineschwarte, Rinderspalt oder Fischhaut. „Veganes Kollagen“ gibt es nicht und darf auch nicht so bezeichnet werden. Werbeaussagen wie „Anti-Aging“, „weniger Falten“ oder „Hautlifting“ sind für Kollagenprodukte in der EU mangels wissenschaftlicher Belege bis heute nicht zugelassen und damit rechtswidrig.






