Südtirol knackt 80-Prozent-Marke bei Erwerbstätigen

Bis 2030 soll die allgemeine Erwerbstätigenquote auf 83 Prozent steigen. Das geht aus den aktuellen Arbeitsmarkt-News der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt hervor. Der nun erreichte Zielwert von 80 Prozent war bereits 2012 zwischen Landespolitik und Sozialpartnern vereinbart worden. Im Vergleich mit den Nachbarn liegt Südtirol im Mittelfeld: Das Bundesland Tirol kommt auf 82 Prozent, Welschtirol auf 77,6 Prozent.
„Das Erreichen der 80-Prozent-Marke ist ein wichtiger Meilenstein für Südtirol. Gleichzeitig zeigt der Vergleich, dass aktive Arbeitsmarktpolitik weiterhin konsequent notwendig ist, um das vorhandene Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen und die Erwerbsbeteiligung weiter zu erhöhen“, betont Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof.
Die Schwachstelle im System
Sozialpartner und Landesregierung haben sich im kürzlich genehmigten Strategiepapier AM#S²2030 insgesamt acht arbeitsmarktpolitische Ziele bis 2030 gesetzt. Besonders herausfordernd bleibt dabei die Lage bei den 15- bis 24-Jährigen: Ihre Erwerbstätigenquote liegt 2025 bei 29,9 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 2006. „Auf nationaler Ebene ist Südtirol damit zwar Spitzenreiter, allerdings sind im Bundesland Tirol 56,7 Prozent der Jugendlichen dieser Altersgruppe erwerbstätig“, so Amhof.
Arbeitslosigkeit soll weiter sinken
Auch bei der Arbeitslosigkeit gibt es Luft nach oben. Die Registerarbeitslosenquote liegt mit 6,3 Prozent deutlich über dem für 2030 angestrebten Zielwert von unter 4,5 Prozent. Hinzu kommt eine angespannte Betreuungssituation: Auf eine einen Arbeitsvermittler kommen derzeit 795 eingetragene Arbeitslose pro Personenjahr. Bis 2030 soll dieses Verhältnis auf eins zu 400 verbessert werden.
Positiv sei hingegen die Entwicklung bei älteren Erwerbstätigen, so das LPA. Die 55- bis 64-Jährigen kommen auf eine Quote von 70,3 Prozent. Erstmals wird auch die Quote der 60- bis 69-Jährigen ausgewiesen.
Frauen weiter unter Zielwert
Auch wenn die Erwerbstätigenquote der Frauen mit 74,3 Prozent einen Höchststand erreicht, bleibt sie unter dem für 2025 angepeilten Wert von 77 Prozent. Der Abstand zu den Männern beträgt 11,2 Prozentpunkte. Bis 2030 solle die Frauenquote auf 78 Prozent steigen. Also auf jenen Wert, den das Bundesland Tirol bereits heute erreicht.






