„Vor Ort statt Transport“: Neues Modell entlastet Spitäler

Das Pilotprojekt läuft seit April 2026 und wird gemeinsam vom Land Tirol, dem Roten Kreuz Tirol und der Leitstelle Tirol umgesetzt. Bereits bis zum 26. April konnten 52 Einsätze erfolgreich abgewickelt werden.
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele zeigt sich überzeugt: „Die ‚Akutpflege Tirol‘ vereint das Beste aus häuslicher Pflege und Notfallrettung. Wir unterstützen Betroffene direkt zu Hause und entlasten gleichzeitig das Gesundheitssystem.“
Pflege und Notfallhilfe kombiniert
Zum Einsatz kommen speziell ausgebildete Pflegekräfte, die zusätzlich über Notfallkompetenzen verfügen. Sie übernehmen vor Ort unter anderem pflegerische Maßnahmen wie das Wechseln von Verbänden oder Kathetern und können gleichzeitig im Notfall reagieren.
Das Konzept folgt dem Prinzip „vor Ort statt Transport“: Hilfe wird direkt dorthin gebracht, wo sie gebraucht wird. Besonders in Zeiten, in denen reguläre Gesundheitsdienste nur eingeschränkt verfügbar sind, soll das neue Angebot eine wichtige Lücke schließen.
Großraum Innsbruck als Testregion
Der Einsatzbereich umfasst aktuell Innsbruck sowie große Teile des Bezirks Innsbruck-Land – darunter das Inntal von Telfs bis Wattens, das Seefelder Plateau, das Mittelgebirge sowie das Stubai- und Wipptal.
Auch Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber sieht großes Potenzial: Das Modell verbessere die Gesundheits- und Pflegeversorgung und könne künftig auf ganz Tirol ausgeweitet werden.
Erste Zahlen zeigen großes Potenzial
Bereits in den ersten Wochen bestätigt sich der Bedarf: Laut Einschätzung könnten langfristig mehr als 1.000 Einsätze pro Jahr im Einzugsgebiet anfallen. Vor allem bei weniger dringenden Einsätzen im Rettungsdienst bietet die Kombination aus Pflege und Notfallkompetenz klare Vorteile.
Die Alarmierung erfolgt weiterhin über die bekannten Notrufnummern. Die Leitstelle Tirol entscheidet nach einer standardisierten Abfrage, ob die „Akutpflege Tirol“ zum Einsatz kommt.
Projektleiter Christoph Schullern-Schrattenhofen betont, dass in den meisten Fällen direkt vor Ort geholfen werden konnte. Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen seien durchwegs positiv.
Das Pilotprojekt läuft vorerst bis Ende 2026 und wird wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, das Modell bei Erfolg langfristig im gesamten Land zu etablieren.
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