von mmh 27.04.2026 14:48 Uhr

Inklusive Schule am Limit: Team K warnt vor Lehrermangel

Die schulische Inklusion in Südtirol steht nach Einschätzung des Team K zunehmend unter Druck. Der Mangel an Integrations- und Förderlehrpersonen verschärft sich weiter, während die Zahl der Kinder mit besonderem Förderbedarf steigt. Der Landtagsabgeordnete Alex Ploner richtet deshalb einen dringenden Appell an die Landesregierung sowie an die zuständigen Minister in Rom.

Alex Ploner (Bild: Team K)

Für das kommende Schuljahr sind allein in der deutschen Bildungsdirektion über 56.000 Schülerinnen und Schüler eingeschrieben. Darunter befinden sich tausende Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf, etwa aufgrund von Behinderungen, Autismus, Down-Syndrom, Legasthenie oder anderen Lernschwierigkeiten. Die Berechnung der Integrationslehrpersonen erfolgt jedoch weiterhin nach einer festen Quote: eine Lehrperson auf 100 Schüler, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf.

Ploner kritisiert diese Regelung deutlich: Die Quote stamme aus einem 26 Jahre alten Gesetz und habe mit der heutigen Realität in den Klassenzimmern nichts mehr zu tun. Man zähle Schüler statt Bedürfnisse, so seine Einschätzung.

Fehlende Kontinuität und unbesetzte Stellen

Zusätzlich sei die Situation in der Praxis schwierig: Auch Kinder mit anerkanntem Anspruch auf individuelle Förderung erhielten nicht immer die notwendige Unterstützung. Viele Stellen seien nur befristet oder in Teilzeit besetzt, teilweise blieben sie auch unbesetzt. Dadurch komme es zu häufigen Personalwechseln und fehlender Kontinuität, was sowohl Kinder als auch Familien belaste.

Das Recht auf inklusive Bildung sei gesetzlich und verfassungsrechtlich geschützt. Mehrere Urteile des italienischen Verfassungsgerichts stellten klar, dass dieses Recht nicht aus Spargründen eingeschränkt werden dürfe. Dennoch werde genau dies in Südtirol kritisiert.

Forderung nach struktureller Reform

Ploner betont, Inklusion sei kein Zusatzangebot, sondern ein Grundrecht. Wenn Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf keine ausreichende Unterstützung erhalten, versage das System. Als Beispiel nennt er ein Oberschulzentrum mit fast 600 Schülern, dem lediglich 1,33 Stellen für Integrationslehrpersonen zugeteilt seien.

Zudem fordert er Veränderungen in der Ausbildung: Integration müsse stärker in die universitäre Ausbildung eingebunden werden. Nach einem fünfjährigen Masterstudium sollten Lehrpersonen bereits im Bereich Inklusion einsetzbar sein, da die zweijährige Zusatzausbildung kaum noch angenommen werde.

Da das Abkommen zur Umsetzung staatlicher Regelungen seit Jahren ausgelaufen sei, fordert Ploner ein Eingreifen der Regierung in Rom. Ziel müsse es sein, ausreichend Lehrpersonal bereitzustellen und das System stärker am tatsächlichen Förderbedarf der Kinder auszurichten.

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