
Florian Stumfall
Eine Stunde – ein Drama

Die überforderte Gesellschaft
In diesen Fachkreisen scheint nicht bekannt zu sein, daß es im Laufe eines halben Jahres öfter vorkommen kann, daß jemand einmal eine Stunde oder gar zwei länger oder kürzer schläft, ohne daß er deshalb an den Rand des Zusammenbruchs gerät. Und sogar die Möglichkeit, daß dabei ein oder zwei Viertel Wein eine Rolle spielen könnten, läßt den Alltag immer noch erträglich scheinen. Man tut also gut daran, sich für diese Sache wie auch für andere den geeigneten Experten zu suchen; schließlich gibt es einen für alle Meinungen und ebenso fürs Gegen-teil.
Tatsächlich stellt für die Politik diese Klage eine halbjährlich auftretende günstige Gelegenheit dar, zu allen anderen eine Angst zu verbreiten, so wie überhaupt von linken Sozialingenieuren schon seit längerem erfolgreich an der Zucht einer wehleidigen Generation gearbeitet wird. Jüngste Artikel in bayerischen Zeitungen berichten wieder einmal von seelisch belasteten Kindern, deren Zahl parallel mit derjenigen der Psychologen an den Schulen zu steigen scheint.
Brüssel und die endlose Zeitfrage
Da wäre es doch die beste Lösung, die Sommerzeit einfach abzuschaffen. Auf diese Idee ist man auch in Brüssel schon gekommen. Doch während man sich darüber in seltener Weise einig ist, schafft man es nicht, den Beschluß auch durchzusetzen. Der Grund: Die Mitgliedsländer nämlich können sich nicht darauf verständigen, ob zukünftig allgemein nur die Winter- oder die Sommerzeit gelten solle. Das geht nun seit neun Jahren so.
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