von lif 06.11.2026 11:32 Uhr

Stadtführung zum 100. Todestag von Julius Perathoner

„Wir müssen auf der Höhe der Zeit stehen.“ Dieser Leitsatz von Julius Perathoner (1849–1926) steht im Mittelpunkt einer besonderen Stadtführung, die anlässlich des 100. Todestages des ehemaligen Bozner Bürgermeisters stattfindet. Der Stadtviertelrat Zentrum–Bozner Boden–Rentsch veranstaltet gemeinsam mit dem Museumsverein Bozen und Dr. Christoph von Ach einen historischen Rundgang auf den Spuren eines Mannes, der die Entwicklung der Stadt wie kaum ein anderer geprägt hat.

Julius Perathoner

Julius Perathoner stand 27 Jahre lang an der Spitze der Bozner Stadtverwaltung. Seine Amtszeit gilt als eine der bedeutendsten Modernisierungsphasen in der Geschichte der Stadt. Unter seiner Führung entstanden zahlreiche öffentliche Einrichtungen, darunter das neue Rathaus, das Stadtmuseum, das Stadttheater und mehrere Schulen. Gleichzeitig wurden die Verkehrs- und Energieinfrastruktur ausgebaut und durch die Eingemeindung von Zwölfmalgreien wichtige Voraussetzungen für die räumliche Entwicklung Bozens geschaffen.

Die sogenannte „Ära Perathoner“ steht damit für eine Zeit des Aufbruchs, des wirtschaftlichen Fortschritts und einer weitreichenden städtebaulichen Erneuerung. Ihr Ende war jedoch von den politischen Umbrüchen der Nachkriegszeit und dem aufkommenden Faschismus überschattet. Anfang Oktober 1922 wurde Perathoner noch vor dem faschistischen „Marsch auf Bozen“ als Bürgermeister abgesetzt.

Geschichte dort erleben, wo sie geschrieben wurde

Bei der Stadtführung wird der Bozner Jurist und Politikwissenschaftler Dr. Christoph von Ach an mehreren historischen Stationen das Leben und Wirken Perathoners beleuchten. Dabei sollen nicht nur die baulichen und politischen Errungenschaften seiner Amtszeit, sondern auch die gesellschaftlichen Veränderungen und historischen Konflikte jener Epoche zur Sprache kommen.

„Julius Perathoner war eine prägende Persönlichkeit an der Schwelle zur modernen Stadtentwicklung Bozens. Viele seiner Entscheidungen und Initiativen sind im Stadtbild bis heute sichtbar. Die Führung bietet die Gelegenheit, diese Spuren bewusst wahrzunehmen und zugleich die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit besser zu verstehen“, erklärt Dr. Christoph von Ach.

Ein würdiges Gedenken an eine prägende Persönlichkeit der Stadtgeschichte

Für Dr. Marco Manfrini, Vorsitzender des Stadtviertelrates Zentrum–Bozner Boden–Rentsch, ist die Initiative ein wichtiger Beitrag in heurigen Perathoner-Gedenkjahr.

 „Julius Perathoner hat gezeigt, dass die Entwicklung einer Stadt Mut, Weitblick und klare Visionen braucht. Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen müssen sich auch unsere Stadt und der öffentliche Raum weiterentwickeln. Dabei gilt es, mutige Entscheidungen zu treffen und zugleich auf eine hohe architektonische und ästhetische Qualität zu achten. Das ist Perathoners Vermächtnis und zugleich ein Auftrag für die Zukunft Bozens“, betont Dr. Manfrini.

„Als Stadtviertelrat freuen wir uns besonders, im Rahmen dieser Führung an eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Stadtgeschichte zu erinnern und Julius Perathoners Wirken für Bozen wieder lebendig werden zu lassen“, unterstreicht Dr. Manfrini.

Ein besonderer Dank gelte dabei dem Museumsverein Bozen und Dr. Christoph von Ach, die mit ihrem Engagement und ihrer historischen Fachkenntnis diesen besonderen Rundgang durch die Stadt ermöglichen.

Zwei Führungen

Um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, wird die Stadtführung an zwei Terminen angeboten:

Führung auf Deutsch: Samstag, 14. November 2026, um 10:00 Uhr. Treffpunkt: Froschbrunnen, Bahnhofsallee, Bozen.

Führung auf Italienisch: Samstag, 28. November 2026, um 10:00 Uhr. Treffpunkt: Froschbrunnen, Bahnhofsallee, Bozen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 30 Personen pro Führung begrenzt.

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