von lif 04.11.2026 14:55 Uhr

Wenn sich zwei Lörgeter treffen

Zwei Männer, zwei Regionen und ein selten gewordenes Handwerk: Im Kärntner Metnitztal haben sich heute (4. November) zwei Kenner einer jahrhundertealten Tradition getroffen. Der Südtiroler Johann Finatzer aus Truden besuchte den 32-jährigen Land- und Forstwirt Sebastian Wachernig auf dessen Bauernhof in St. Salvator. Im Mittelpunkt stand das Lörgeten, die traditionelle Gewinnung von Lärchenharz.

Bild: privat

Sebastian Wachernig bewirtschaftet einen großen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit über 100 Hektar Waldflächen. Das Lörgeten hat auf seinem Hof eine lange Geschichte: Bereits seit 1840 wird das Handwerk innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben. Wachernig gewinnt das wertvolle Lärchenharz nach überlieferten Methoden und verarbeitet es unter anderem zu selbst hergestellten Balsamen. Einem breiteren Publikum ist der junge Kärntner durch seinen YouTube-Kanal „Woidwastl“ bekannt, auf dem er Einblicke in die bäuerliche Arbeit und die Forstwirtschaft gibt.

Auch Johann Finatzer, Autor des Buches „Die Lörgeter – Lärchenterpentin im Südtiroler Unterland“, ist mit diesem alten Handwerk seit Generationen familiär verbunden. Entsprechend stand beim Besuch weniger das gegenseitige Kennenlernen als vielmehr der fachliche Austausch im Vordergrund.

  • Bild: privat

Gleiches Handwerk, unterschiedliche Werkzeuge

Besonders aufschlussreich war der Vergleich der Arbeitsweisen. Obwohl das Lörgeten in beiden Familien auf eine lange Überlieferung zurückblickt, zeigten sich Unterschiede bei den verwendeten Werkzeugen und den Techniken zur Harzgewinnung. Gerade diese regionalen Besonderheiten sorgten für interessante Fachgespräche und einen intensiven Erfahrungsaustausch.

Dabei ging es nicht nur um die Gewinnung des Lärchenharzes, sondern auch um dessen Verarbeitung, die Weitergabe des überlieferten Wissens und die Frage, wie sich traditionelle Methoden bis heute erhalten haben.

Die Begegnung in Kärnten machte deutlich, dass das Lörgeten keineswegs nur ein Kapitel vergangener bäuerlicher Geschichte ist. In einzelnen Familienbetrieben wird dieses seltene Handwerk noch immer praktisch ausgeübt und das Wissen darüber an die nächste Generation weitergegeben.

Was Südtirol und Kärnten verbindet, ist damit mehr als eine alte Handwerkstechnik: Es ist ein über Generationen bewahrtes Wissen, das durch Begegnungen wie jene zwischen Johann Finatzer und Sebastian Wachernig lebendig bleibt.

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