von wk 16.10.2026 09:54 Uhr

Kaltern greift beim Tertiarkloster zum Vorkaufsrecht

Das Bündnis Kaltern spricht von einem „guten Tag für unser Dorf“ und fordert nun einen transparenten Prozess zur künftigen Nutzung des Areals

Das Tertirarkloster in Kaltern. Foto: ManfredK / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Kalterer Gemeinderat hat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen, das Vorkaufsrecht für das Tertiarkloster auszuüben. Die Gemeinderäte des Bündnis Kaltern, Dietmar Zwerger und Walter Bernard, sehen darin eine Weichenstellung für kommende Generationen. Nun müsse die Gemeinde konkrete Pläne für die Nutzung des historischen Gebäudes erarbeiten.

„Das Tertiarkloster prägt Kaltern seit Jahrhunderten, es gehört zu unserem Dorf und zu unserer Geschichte. Mit dem gestrigen Beschluss haben wir die Weichen gestellt, es für die nächsten Generationen zu bewahren und für die Bevölkerung noch nutzbarer zu machen“, erklären Zwerger und Bernard.

Kompromiss mit Vinzenzgemeinschaft scheiterte

Um die Zukunft des Klosters war in den vergangenen Monaten intensiv gerungen worden. Die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft wollte das Areal erwerben und dort ein „Vinzihaus der Solidarität“ nach dem Vorbild von Brixen einrichten. Geplant waren Wohnmöglichkeiten für bis zu 34 Menschen sowie eine VinziTafel und eine Kleiderkammer. Auch die Gemeinde zeigte Interesse am Erwerb und brachte eigene Vorstellungen für eine soziale Nutzung ein. rainews.it

Anfang September verständigten sich Gemeinde und Vinzenzgemeinschaft auf einen Kompromiss: Die Vinzenzgemeinschaft sollte das ehemalige Kloster für ihr Solidaritätshaus nutzen können. Im Gegenzug sollte sie die zwölf Wohnungen im angrenzenden „Haus Elisabeth“ an die Gemeinde verkaufen, die diese für Senioren und Frauen in Not vorgesehen hatte.

Der Zentralrat der Vinzenzgemeinschaft lehnte die Vereinbarung am 3. Oktober bei einer außerordentlichen Vollversammlung ab. Damit war der Kompromiss gescheitert; anschließend stand die Ausübung des kommunalen Vorkaufsrechts wieder im Raum.

Bündnis Kaltern: „Gelegenheit nicht aus der Hand geben“

Das Bündnis Kaltern habe sich von Beginn an dafür ausgesprochen, das Gebäude in Gemeindebesitz zu bringen, erklären Zwerger und Bernard. Dem ausgehandelten Kompromiss, den die Vinzenzgemeinschaft schließlich abgelehnt habe, habe man kritisch gegenübergestanden. „Das war nie gegen den Vinzenzverein gerichtet, das stellen wir ausdrücklich klar. Aber wer als Gemeinde die Möglichkeit hat, so ein Gebäude zu erwerben, und sie nicht nutzt, handelt fahrlässig. Eine solche Gelegenheit gibt man nicht aus der Hand, sie kommt nicht wieder“, so die beiden Gemeinderäte.

Bereits Ende August hatte der Gemeinderat grundsätzlich beschlossen, für das gesamte Anwesen 2,6 Millionen Euro bieten zu wollen. Der nun gefasste Beschluss betrifft die Ausübung des Vorkaufsrechts für denkmalgeschützte Liegenschaften.

Nutzung soll gemeinsam erarbeitet werden

Jetzt gelte es, „Nägel mit Köpfen zu machen“, betonen Zwerger und Bernard. Das Kloster biete viele Möglichkeiten, der Bevölkerung zu dienen. Die künftige Nutzung solle transparent und unter Einbindung der Vereine und Bürger erarbeitet werden. Das Bündnis Kaltern werde den Prozess begleiten und darauf achten, dass aus dem Tertiarkloster ein Gewinn für ganz Kaltern werde.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite