von wk 12.10.2026 13:26 Uhr

Alpenverein-Hütten steuern auf Nächtigungsplus zu

Nach dem Rekordjahr 2025 zeichnet sich für den Sommer 2026 ein weiterer Anstieg ab. Trockenheit, Stornierungen und Bettwanzen stellten die Hüttenwirte dennoch vor Herausforderungen.

Immer mehr junge und internationale Gäste zieht es auf die Alpenvereinshütten. Foto: Sissi Richter

Die Hütten des Österreichischen Alpenvereins dürften auch heuer mehr Nächtigungen verzeichnen. Derzeit rechnet der Alpenverein mit einem Plus von rund fünf Prozent. Endgültige Zahlen liegen noch nicht für alle Hütten vor. Im Vorjahr wurden rund 384.000 Nächtigungen gezählt – ein Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1982.

„Die Zahlen zeigen, dass die Berge für viele Menschen ein wichtiger Ort für Erholung, Bewegung und gemeinsames Naturerleben sind“, sagt Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl. Der Trend zu jungen und internationalen Gästen habe sich fortgesetzt. Neben Besuchern aus Österreich und Deutschland kamen vermehrt Gäste aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Tschechien und Großbritannien. Auch außereuropäische Gäste, etwa aus den USA, seien häufiger anzutreffen.

Stornierungen bleiben ein Problem

Die im Juni noch hohen Stornoquoten von 30 bis 40 Prozent gingen im Laufe des Sommers zurück. Dazu hätten laut Alpenverein Aufklärungsarbeit und die stabile Wetterlage beigetragen. Trotzdem würden manche Gäste mehrere Hütten gleichzeitig buchen oder reservierte Schlafplätze ohne Absage verfallen lassen.

Auf der Wangenitzsee-Hütte lag die Stornoquote bei rund 20 Prozent. „Wir hatten heuer sogar einmal 13 No-Shows an einem einzigen Tag, bei ungefähr 50 Plätzen“, berichten die Hüttenwirte Kasia Pawlus-Biel und Andrzej Biel. Der Alpenverein appelliert, Reservierungen verantwortungsvoll vorzunehmen und rechtzeitig abzusagen.

Wasser wurde auf manchen Hütten knapp

Die anhaltende Trockenheit machte sich vor allem auf hoch gelegenen Hütten und in Karstgebieten bemerkbar. Auf der Pühringer-Hütte mussten laut Hüttenwirtin Susanne Kern die Klospülungen zeitweise abgestellt werden. Auf der Wangenitzsee-Hütte bereitete eine nachlassende Gletscherquelle Sorgen. Eingeschränkte Duschmöglichkeiten und die Mithilfe der Gäste halfen, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

„Ein Sommer wie dieser hat uns gezeigt, welche Herausforderungen die kommenden Jahre im Hinblick auf den Klimawandel, niederschlagsärmere Sommer und zunehmende Trockenheit mit sich bringen werden“, sagt Florian Schmetzer, Hüttenwirt der Badener Hütte.

Sechs Verdachtsmeldungen zu Bettwanzen

Gemeinsam mit den Alpenvereinen in Deutschland und Südtirol startete der Österreichische Alpenverein eine Informationsoffensive gegen die Weiterverbreitung von Bettwanzen. Im Sommer gingen bei ihm sechs Verdachtsmeldungen ein – bei insgesamt 223 Hütten. Die Insekten könnten in Unterkünften aller Kategorien auftreten, betont der Alpenverein.

Trotz der Herausforderungen zogen die Hüttenwirte eine positive Saisonbilanz. Besonders die Begegnungen mit den Gästen und die Arbeit der Teams seien ihnen in Erinnerung geblieben.

 

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