von mmh 29.09.2026 12:44 Uhr

Bozen: Was wird aus dem Hörtenbergtunnel?

Nach jahrelangen Diskussionen liegen inzwischen zwei Varianten für den geplanten Hörtenbergtunnel vor. SVP-Landtagsabgeordneter Franz Locher fordert nun eine rasche Entscheidung von Land und Gemeinde Bozen. Das Projekt beschäftigt Politik und Bevölkerung bereits seit Jahrzehnten.

APA/THEMENBILD

Locher begrüßt, dass bei der Planung zuletzt Bewegung entstanden ist. Gleichzeitig warnt er davor, erneut Zeit zu verlieren. Land und Gemeinde müssten sich nun an einen Tisch setzen und zeitnah entscheiden, welche Variante weiterverfolgt werden soll.

Seit 2020 hat Locher nach eigenen Angaben fünf Landtagsanfragen sowie einen Beschlussantrag zum Hörtenbergtunnel eingebracht. Er kritisiert, dass dem Projekt über Jahre zahlreiche Ankündigungen vorausgegangen seien, ohne dass es zu einem Baubeginn gekommen sei.

„Nach 35 Jahren müssen den Worten endlich Taten folgen“, erklärt Locher. Anderswo würden Großprojekte finanziert und umgesetzt, während bei der Verkehrsentlastung der Landeshauptstadt aus seiner Sicht zu wenig weitergegangen sei.

Zwei Varianten stehen im Raum

Die Planung des Hörtenbergtunnels ist technisch anspruchsvoll. Bereits Ende 2025 erklärte Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider im Landtag, dass aufgrund hydrogeologischer Risiken im Raum Bozen zusätzliche Untersuchungen notwendig seien. Damals war von unterschiedlichen Trassenvarianten die Rede.

Locher verweist nun auf zwei Möglichkeiten: eine Variante über den Bozner Boden sowie eine Trasse über die Innsbrucker Straße. Auch die technischen Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Grundwasser, müssten laut dem SVP-Abgeordneten lösbar sein.

„Wenn dieses Projekt als Fata Morgana bezeichnet wird, dann muss uns das zum Nachdenken bringen“, sagt Locher. Bereits 2021 hätten sich Land und Gemeinde auf eine Trasse geeinigt. Nun, fünf Jahre später, lägen wieder neue Varianten auf dem Tisch.

103.000 Autofahrten an einem Werktag

Für Locher ist der Handlungsdruck auch angesichts der Verkehrssituation in Bozen groß. Laut einer ASTAT-Studie aus dem Jahr 2024 werden an einem durchschnittlichen Werktag insgesamt 103.000 Autofahrten mit Ausgangs- und/oder Zielpunkt in der Landeshauptstadt registriert.

Der SVP-Abgeordnete rechnet angesichts der weiterhin steigenden Nächtigungszahlen mit einer weiteren Belastung. Der Hörtenbergtunnel sei aus seiner Sicht die entscheidende Möglichkeit, die Stadt verkehrlich zu entlasten.

Entscheidung weiterhin offen

Im Landtag war zuletzt als theoretisch möglicher Baubeginn Ende 2028 genannt worden, sofern mit Gemeinde und zuständigen Stellen eine definitive Lösung gefunden wird. Die endgültige Planung könnte laut den damaligen Angaben 2027 abgeschlossen werden.

Locher fordert nun eine klare Entscheidung: „35 Jahre Diskussion müssen reichen. Jetzt braucht es eine klare Entscheidung und vor allem den politischen Willen, dieses Projekt auch umzusetzen.“

Sein Ziel sei eine spürbare Verkehrsentlastung für Bozen und damit eine Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt.

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