Zehn Millionen für ein System, das Ärzte nicht wollen

Das neue Krankenhausinformationssystem heißt NGH und soll die Arbeit im Spital eigentlich erleichtern. Laut den Ärzten passiert genau das Gegenteil. In ihrem offenen Brief listen sie eine Reihe von Problemen auf. Die Abläufe seien zerstückelt, für eine einzige Visite müssten teils drei Programme gleichzeitig bedient werden, die Server seien langsam. Das Ergebnis aus ihrer Sicht ist mehr Zeit vor dem Bildschirm, weniger Zeit für die Patienten.
Das Team K hat dazu eine Anfrage im Landtag eingebracht. Die Antwort von Landesrat Hubert Messner fällt deutlich aus: „Die Landesregierung und SABES halten am eingeschlagenen Weg fest. (…) Eine Aussetzung der Einführung ist daher nicht vorgesehen.“ Auch eine unabhängige Überprüfung des Systems hält der Landesrat derzeit „nicht für zielführend“.
Ein Punkt falle in der Antwort besonders auf, so das Team K. Wie viel Mehrarbeit die neue Dokumentation tatsächlich verursacht, kann der Sanitätsbetrieb nicht sagen. Vergleichende Zeitmessungen vor und nach der Umstellung wurden nie durchgeführt. Die Kritik der Ärzte lässt sich damit weder bestätigen noch widerlegen. Der Zeitplan bleibt trotzdem unverändert. Nach den Notaufnahmen in Brixen und Sterzing sind im Oktober Bruneck und Innichen an der Reihe. Ende Oktober folgt der stationäre Bereich in allen vier Krankenhäusern. Allein im Jahr 2025 und im ersten Halbjahr 2026 sind rund 10 Millionen Euro in das neue System geflossen.
Ploner fordert Gespräche
Für Franz Ploner vom Team K ist das der falsche Weg. „Wer die Stimme von über 200 Ärzten überhört, nimmt die Folgen für die Versorgung bewusst in Kauf“, sagt der Abgeordnete. Die Mehrbelastung gehe auf Kosten der Arbeitszeiten und der Zeit am Krankenbett, längere Wartezeiten seien unvermeidlich. Statt von oben durchzuziehen, brauche es eine partnerschaftliche Haltung: „Innehalten, zuhören und gemeinsam mit der Ärzteschaft Lösungen suchen und umsetzen.“






