Leben auf dem Saturnmond?

Ein Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Regensburg und der Freien Universität Berlin hat nachgewiesen, dass bestimmte Mikroorganismen im Ozean unter der Eiskruste des Saturnmondes überleben könnten. „Enceladus gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben!, erklärt Erstautorin Vanessa Helmbrecht. „Unsere Experimente zeigen, dass seine einzigartige Geochemie Bedingungen schaffen könnte, die für mikrobielles Leben noch günstiger sind, als wir bisher angenommen hatten.“
Unter der eisigen Kruste des Mondes vermuten Forscher einen globalen Ozean aus flüssigem Wasser sowie einen tiefer liegenden Gesteinskern. Diese Verhältnisse bildete das Team in einer speziellen Kammer nach. Die Sauerstoffkonzentration darin war extrem niedrig, etwa 10.000-mal geringer als in der Erdatmosphäre.
Urbakterium aus der Tiefsee
Als Testobjekt diente ein Archaeon, das auf der Erde in der Tiefsee lebt. Zur Energiegewinnung benötigt dieser Einzeller lediglich Wasserstoff und Kohlendioxid, einer der ursprünglichsten Stoffwechselwege, die heute noch vorkommen. Bisher war man davon ausgegangen, dass eine Umgebung wie jene auf Enceladus für solche Organismen tödlich wäre.
Das Ergebnis überraschte die Forscher: Der Organismus wuchs in der Simulation weiter und produzierte Methan. Eine der größten Herausforderungen ist die extrem niedrige Kohlendioxid-Konzentration, verursacht durch den hohen pH-Wert des Ozeans. Doch das Archaeon konnte sich anpassen und die winzigen verfügbaren Mengen nutzen.
Mission startet 2042
„Unsere Studie beweist nicht, dass es Leben auf Enceladus gibt“, betont der Geobiologe William Orsi, korrespondierender Autor der Studie, die in der Fachzeitschrift „Science Advances“ erschienen ist. „Aber sie zeigt, dass wesentliche geochemische Merkmale dort eine der ältesten Stoffwechselformen des Lebens ermöglichen könnten.“
Die Suche geht weiter: Die Europäische Weltraumorganisation ESA will bei ihrer für 2042 geplanten Mission „L4“ Proben aus jenen Fontänen entnehmen, die von Geysiren durch die Eiskruste ins All geschleudert werden. Darin könnte dann nach mikrobiellem Leben gesucht werden.
APA/UT24






