von mmh 24.09.2026 12:32 Uhr

So digital ist Südtirols Gesundheitswesen

Elektronische Verschreibungen, digitale Befunde und die Gesundheitsakte gehören inzwischen für viele Menschen zum Alltag. Auch in Südtirol werden immer mehr Leistungen des Gesundheitswesens online angeboten. Das soll Wege verkürzen, Zeit sparen und bürokratischen Aufwand reduzieren.

(Foto: LPA/Claudia Corrent)

Gesundheitslandesrat Hubert Messner sieht darin vor allem dann einen konkreten Vorteil, wenn digitale Angebote den Alltag der Patienten tatsächlich erleichtern. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass sie den Menschen konkret etwas bringt“, erklärt Messner. Wenn dadurch Papier, Wege und Verwaltungsschritte wegfallen, werde der Alltag für Patienten einfacher.

Fast alle Verschreibungen elektronisch

Besonders weit fortgeschritten ist die Digitalisierung bei den Verschreibungen. Medikamente werden inzwischen nahezu flächendeckend elektronisch verschrieben. Der Anteil stieg von 91,10 Prozent im Jahr 2021 auf 98,06 Prozent im Jahr 2025.

Auch bei den elektronischen fachärztlichen Verschreibungen ist der Anteil deutlich gestiegen: von 83,45 Prozent im Jahr 2021 auf 99,81 Prozent im Jahr 2025.

Damit haben sich elektronische Verschreibungen laut Gesundheitsressort zu einem festen Bestandteil der täglichen Gesundheitsversorgung entwickelt. Patienten können die notwendigen Informationen digital erhalten und damit Medikamente in der Apotheke abholen oder fachärztliche Leistungen vormerken.

Gesundheitsakte wird immer häufiger genutzt

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Elektronische Gesundheitsakte (EGA). Sie ermöglicht den sicheren digitalen Zugriff auf medizinische Informationen und Dokumente und ist derzeit der meistgenutzte Dienst auf myCIVIS.

Auch bei der Zustimmung zur Einsichtnahme durch medizinisches Fachpersonal zeigt sich eine deutliche Entwicklung. Ende 2021 hatten lediglich 1,2 Prozent ihre Zustimmung erteilt. Ende 2025 waren es bereits 43,87 Prozent.

Im August 2026 lag der Anteil bei 51,35 Prozent der im Landesgesundheitsdienst eingeschriebenen Bevölkerung. Damit macht inzwischen mehr als die Hälfte ihre Gesundheitsakte für medizinisches Fachpersonal zugänglich.

Für Messner zeigt diese Entwicklung, dass digitale Angebote vor allem dann angenommen werden, wenn sie einen konkreten Nutzen bieten. Medizinische Informationen seien mittlerweile digital verfügbar, ohne dass Papierunterlagen gesucht, kopiert oder zwischen verschiedenen Gesundheitseinrichtungen weitergegeben werden müssten.

Befunde und Vormerkungen online

Auch medizinische Befunde können inzwischen digital abgerufen werden. Über den Dienst „Befunde Online“ lassen sich Dokumente des Südtiroler Sanitätsbetriebes sicher einsehen und herunterladen.

Allein im Jahr 2025 wurden auf diesem Weg rund 377.000 medizinische Dokumente von Bürgern heruntergeladen.

Darüber hinaus sind auch die Online-Arztwahl und die digitale Vormerkung von Gesundheitsleistungen etabliert. Über „SaniBook“ wurden 2025 bereits 31,47 Prozent aller Vormerkungen online vorgenommen.

Damit können Befunde von zu Hause aus abgerufen, Haus- oder Kinderärzte online gewählt und Gesundheitsleistungen digital vorgemerkt werden.

Mehr als 13.250 Menschen telemedizinisch betreut

Auch die Telemedizin ist inzwischen Teil der regulären Gesundheitsversorgung. Dazu gehören unter anderem Videosprechstunden, Telekonsile und Telemonitoring.

Vor allem bei chronischen und betreuungsintensiven Erkrankungen kommen diese Angebote zum Einsatz. Im Jahr 2026 wurden mehr als 13.250 Patienten telemedizinisch betreut.

Beim Telemonitoring werden Gesundheitswerte zu Hause mit vernetzten Geräten erfasst und an die behandelnden Fachkräfte übermittelt. Dadurch können Veränderungen frühzeitig erkannt werden, ohne dass für jede Kontrolle ein persönlicher Besuch in einer Gesundheitseinrichtung notwendig ist.

Digitalisierung soll Betreuung ergänzen

Trotz des zunehmenden Einsatzes digitaler Angebote soll die persönliche medizinische Betreuung dadurch nicht ersetzt werden. „Das Ziel ist nicht, persönliche medizinische Betreuung durch Digitalisierung zu ersetzen“, betont Messner.

Vielmehr sollen digitale Möglichkeiten dort eingesetzt werden, wo sie die Versorgung sinnvoll ergänzen und den Menschen Wege, Zeit und unnötige Bürokratie ersparen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige laut Gesundheitsressort, dass Digitalisierung im Südtiroler Gesundheitswesen in vielen Bereichen bereits zum Alltag gehört.

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