Digital statt Papier im Südtiroler Gesundheitswesen

Ein Arztbesuch hinterlässt immer seltener einen Stapel Papier. Verschreibungen werden elektronisch ausgestellt, Befunde können online abgerufen und Gesundheitsleistungen digital vorgemerkt werden. Auch Telemedizin kommt zunehmend zum Einsatz. Gesundheitslandesrat Hubert Messner (SVP) sieht darin vor allem eine Möglichkeit, Patienten Wege, Zeit und Bürokratie zu ersparen.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den elektronischen Verschreibungen. Der Anteil der digitalen Medikamentenverschreibungen stieg von 91,1 Prozent im Jahr 2021 auf 98,06 Prozent im Jahr 2025. Bei den fachärztlichen Verschreibungen erhöhte sich der Anteil im selben Zeitraum von 83,45 auf 99,81 Prozent.
Auch die Elektronische Gesundheitsakte (EGA) wird zunehmend genutzt. Sie ist inzwischen der meistgenutzte Dienst auf myCIVIS. Ende 2021 hatten lediglich 1,2 Prozent der Bevölkerung der Konsultation ihrer Gesundheitsakte durch medizinisches Fachpersonal zugestimmt. Ende 2025 waren es bereits 43,87 Prozent. Im August 2026 lag der Anteil bei 51,35 Prozent.
Auch andere digitale Angebote werden stark genutzt. Über „Befunde Online“ wurden allein 2025 rund 377.000 medizinische Dokumente heruntergeladen. Beim digitalen Vormerkdienst „SaniBook“ wurden im vergangenen Jahr 31,47 Prozent aller Vormerkungen online vorgenommen. Zudem können Bürger ihre Haus- oder Kinderärzte inzwischen online wählen.
Eine zunehmende Rolle spielt auch die Telemedizin. Dazu gehören Videosprechstunden, Telekonsile und die Überwachung von Gesundheitswerten aus der Ferne. 2026 wurden bereits mehr als 13.250 Patienten telemedizinisch betreut. Besonders beim Telemonitoring können Messwerte zu Hause erfasst und an medizinisches Fachpersonal übermittelt werden. Dadurch lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen, ohne dass für jede Kontrolle ein Besuch in einer Gesundheitseinrichtung notwendig ist.
Für Messner geht es dabei nicht darum, den persönlichen Kontakt zwischen Ärzten und Patienten zu ersetzen. Digitale Angebote sollten vielmehr dort eingesetzt werden, wo sie die medizinische Versorgung sinnvoll ergänzen. Die Entwicklung zeigt: Was vor wenigen Jahren noch als Zukunftsprojekt galt, ist in vielen Bereichen des Südtiroler Gesundheitswesens inzwischen Alltag.






