„Minderheitenschutz vor Integration stellen“

„Der Vorstoß von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geht in eine Richtung, über die wir in Südtirol längst ernsthaft diskutieren müssten“, erklärt Mahlknecht. Meloni will den Anteil ausländischer Schüler pro Klasse grundsätzlich auf 30 Prozent begrenzen. Für Südtirols deutsche Schulen dürfe aber nicht die Staatsbürgerschaft entscheidend sein, sondern die Beherrschung der Unterrichtssprache. „Dieser Aspekt kommt in der bisherigen Südtiroler Schulpolitik zu kurz“, so Mahlknecht.
Kritik an Achammer
Das derzeitige Integrationskonzept möge anderswo funktionieren, werde aber der besonderen Situation der deutschen Schule in Bozen und anderen Zentren nicht gerecht. Das habe der Fall Goetheschule deutlich gezeigt.
Integration sei wichtig, müsse in Südtirol aber immer gemeinsam mit dem Minderheitenschutz gedacht werden, betont Mahlknecht. Bildungslandesrat Philipp Achammer argumentiere weiterhin nach einem Modell, bei dem eine überschaubare Zahl nicht deutschsprachiger Kinder in eine deutschsprachige Mehrheit integriert werde. „Diese Voraussetzung ist an mehreren städtischen Schulen nicht mehr gegeben. Wenn deutschsprachige Kinder selbst zur Minderheit werden, braucht es andere Antworten.“
Neue Arbeitsgruppen brauche es nicht, die Probleme und Lösungsvorschläge lägen seit Jahren auf dem Tisch. „Jetzt muss die Landesregierung handeln und die Regeln zur Klassenbildung an die Südtiroler Realität anpassen. Integration darf nicht auf Kosten des muttersprachlichen Unterrichts gehen.“






