von lif 11.09.2026 07:17 Uhr

Nach PISA-Jubel: Team K warnt vor Selbstzufriedenheit

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 bestätigen, dass Südtirols Schüler über dem OECD-Durchschnitt und über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt liegen (UT24 berichtete). Für das Team K greift die Jubelrhetorik der zuständigen Landesräte aber zu kurz. Entscheidend sei nicht, ob man über dem Durchschnitt liege, sondern mit wem man sich messen wolle.

Bild: APA

„Die Ergebnisse sind kein Grund zur Schwarzmalerei, aber auch kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Die entscheidende Frage lautet: Wollen wir besser sein als der Durchschnitt oder wollen wir zu den Besten gehören?“, erklärt Alex Ploner. Mit einem Landeshaushalt von rund elf Milliarden Euro und ausreichend Kompetenzen im Bildungsbereich müsse der Maßstab die internationale Spitze sein.

Besonders kritisch sieht das Team K die Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Laut den veröffentlichten Daten sind die deutschsprachigen Schulen in Südtirol seit 2018 in Mathematik von 534 auf 491 Punkte gefallen, das ist ein Minus von rund 43 Punkten. In der Lesekompetenz sank der Wert von 505 auf 481 Punkte. Nur die Naturwissenschaften konnten ihr Niveau weitgehend halten.

Der internationale Vergleich zeige zudem ein anderes Bild als die Landesregierung zeichne. Wie das Team K in einer Aussendung mitteilt, erreichen die weltweit führenden Bildungssysteme in Mathematik und Naturwissenschaften deutlich über 550 Punkte, die Spitzenreiter teilweise fast 600. Südtirol befinde sich damit im oberen Mittelfeld, aber nicht mehr in jener Spitzengruppe, der es vor einigen Jahren noch näher war.

„Warnsignale ernst nehmen“

Dass auch andere Länder schlechter abschneiden, lässt Ploner nicht als Trost gelten: „Wer jedes Mal zufrieden ist, weil andere noch stärker zurückfallen, gibt sich mit Mittelmaß zufrieden.“ Die sinkenden Ergebnisse müssten ein Weckruf sein und keine Randbemerkung in einer positiven Bilanz.

Positive Aspekte der Studie erkennt der Abgeordnete durchaus an, wie die geringe Schulabbrecherquote und die Bemühungen um Chancengerechtigkeit. Gleichzeitig müsse die Bildungspolitik die rückläufige Lesekompetenz und den starken Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg ernst nehmen. Für das Team K braucht es dafür mehr Qualitätssicherung, zusätzliche finanzielle Ressourcen und den Mut, neue Wege zu gehen.

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