„Yellow September“: Tirol setzt ein Zeichen gegen Einsamkeit

Der internationale Aktionsmonat läuft vom Welttag der Suizidprävention am 10. September bis zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Zum zweiten Mal findet die Initiative auch in Österreich statt. Unter dem Motto „Gemeinsam geht mehr!“ liegt der diesjährige Schwerpunkt auf dem Thema Einsamkeit.
Das Land Tirol will während dieses Zeitraums regionale Projekte und Initiativen fördern, die die soziale Teilhabe von Frauen ab 60 Jahren unterstützen. Pro Projekt sind Förderungen von bis zu 1.500 Euro möglich. Anträge können während des gesamten Aktionszeitraums eingereicht werden.
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele betont, dass psychische Gesundheit nicht erst dann zum Thema werden dürfe, wenn Menschen in eine Krise geraten. Gemeinschaft, soziale Kontakte und das Gefühl, gebraucht und eingebunden zu sein, seien wichtige Faktoren für die Gesundheit bis ins hohe Alter.
Mit der Förderung sollen laut Hagele Initiativen unterstützt werden, die Begegnungen ermöglichen, Einsamkeit entgegenwirken und ältere Frauen zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermutigen.
Welche Projekte gefördert werden
Die sogenannten Mikroförderungen sollen kleine regionale Initiativen schnell und unbürokratisch unterstützen. Dabei geht es sowohl um die Stärkung bestehender Netzwerke als auch um die Schaffung neuer Begegnungsmöglichkeiten.
Gefördert werden unter anderem:
- Begegnungs- und Austauschangebote
- Frauencafés
- generationenübergreifende Projekte
- Bewegungs-, Kultur- und Kreativangebote mit sozialem Schwerpunkt
- Besuchs- und Begleitinitiativen
- Nachbarschaftsprojekte
Anträge können Gemeinden und Gemeindeverbände, Vereine, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen sowie Pfarr- und Sozialvereine stellen. Pro Bezirk können maximal drei Projekte gefördert werden.
Für Fragen zum Fördercall ist die Abteilung Öffentliche Gesundheit unter 0512 508 2842 erreichbar. Weitere Informationen stellt das Land Tirol auf seiner Website zur Frauengesundheit bereit.
Frauengesundheit im Mittelpunkt
Auch über den „Yellow September“ hinaus soll die Gesundheit von Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken. Von Anfang Oktober bis Ende November machen die sogenannten Frauengesundheitsstraßen in allen Tiroler Bezirken Station.
Das kostenlose Informations- und Beratungsangebot beschäftigt sich unter anderem mit Endometriose, Menopause und Herzgesundheit. Auch psychische und sexuelle Gesundheit gehören zu den Schwerpunkten.
Zusätzlich werden kostenlose Gesundheitschecks und persönliche Beratungen mit Experten vor Ort angeboten.
Sozial- und Frauenlandesrätin Eva Pawlata verweist darauf, dass psychische Gesundheit ein wesentlicher Bestandteil der Frauengesundheit sei. Während jüngere Frauen etwa durch die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Sorgearbeit belastet sein könnten, würden im Alter Einsamkeit und soziale Isolation stärker in den Vordergrund rücken.
Diese unterschiedlichen Lebenssituationen müssten ernst genommen werden, so Pawlata. Frauen sollten in jeder Lebensphase dabei unterstützt werden, gesund und selbstbestimmt zu leben.
Landhaus wird gelb beleuchtet
Auch optisch will das Land Tirol auf den Aktionsmonat aufmerksam machen. Ab dem 10. September wird die Fassade des Landhauses 1 in Innsbruck einen Monat lang während der Abendstunden gelb beleuchtet.
Damit soll ein sichtbares Zeichen für psychosoziale Gesundheit, mehr Bewusstsein und die Entstigmatisierung psychischer Belastungen gesetzt werden.






