„Eine Erfolgsgeschichte ist nie fertig“

Für die heutige Jugend sei die Autonomie längst selbstverständlich, betont JG-Landesvorsitzende Anna Künig. Gerade das zeige, was frühere Generationen erreicht hätten. Während vor 80 Jahren noch um den Erhalt von Sprache und Identität gerungen worden sei, könne Südtirol heute dank der autonomen Zuständigkeiten stärker an der Gestaltung seiner Zukunft arbeiten.
Die jüngste Autonomiereform bezeichnet Künig als wichtigen Schritt. Südtirol habe Kompetenzen zurückerhalten und seine Zuständigkeiten teilweise ausbauen können. Nun komme es darauf an, diese Möglichkeiten auch konkret zu nutzen und den Menschen im Land einen spürbaren Mehrwert zu bieten.
Auch David Felder, Vorsitzender des Themenausschusses Autonomie und Verfassung, verweist auf die historische Bedeutung des Abkommens. Es sei nicht nur ein historisches Dokument, sondern bis heute das internationale Fundament der Südtirol-Autonomie. Die friedliche Entwicklung des Landes und der Schutz seiner sprachlichen und kulturellen Identität seien allerdings keineswegs selbstverständlich gewesen, sondern das Ergebnis politischen Einsatzes und jahrzehntelanger Verhandlungen.
Die JG sieht insbesondere bei Themen wie leistbarem Wohnen, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung, nachhaltiger Mobilität und der Unterstützung des Ehrenamts Möglichkeiten, die autonomen Zuständigkeiten stärker einzusetzen. Gleichzeitig müsse Südtirol wachsam bleiben, wenn Kompetenzen infrage gestellt oder eingeschränkt würden.
„Autonomie darf nie als endgültig abgesichert betrachtet werden“, unterstreicht Künig. Sie müsse politisch verteidigt, rechtlich gestärkt und inhaltlich weiterentwickelt werden. Für die Junge Generation sei das Jubiläum daher weniger ein Anlass, sich auf dem Erreichten auszuruhen, sondern vielmehr ein Auftrag, die Autonomie aktiv zu gestalten und für kommende Generationen weiterzuentwickeln.






