Inklusion durch Arbeit und Beschäftigung stärken

Als Ort der Vorstellung wählten die beiden das Biofachgeschäft „GianniBio“. Wie das Landespresseamt mitteilt, arbeitet der Betrieb eng mit den sozialen Diensten und jenen der Arbeitsintegration zusammen, um Menschen mit Behinderung Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Arbeitgeber Andrea Paiarola hat drei Mitarbeiter, die auf diesem Weg in den Betrieb gekommen sind, und beschrieb seine Erfahrung als durchwegs positiv.
Zur Integration durch Arbeit setzt das Land seit geraumer Zeit auf ein Dreistufenmodell. Es basiert auf Werkstätten und geschützten Diensten, der Arbeitsbeschäftigung sowie der Arbeitsintegration. Bei der Arbeitsintegration erinnerte Amhof an das Prämiensystem „Pro Ability“, das Anreize für Unternehmen schafft, Menschen mit Behinderung einzustellen. 2025 wurde das System des Arbeitsmarktservice Südtirol (AMS) stark vereinfacht und digitalisiert. Man wolle damit Unternehmen belohnen, die soziale Verantwortung übernähmen, so Amhof. Die Prämie für Verträge mit einer Laufzeit von mindestens 180 Tagen beträgt 4.000 Euro, für bestehende, langfristige Arbeitsverhältnisse 9.000 Euro. Durch die Aufstockung fließen nun jährlich drei Millionen Euro in
200 Vermittlungen pro Jahr
Um Menschen mit Behinderung gezielt zu vermitteln, setzt das Land auf eine maßgeschneiderte Arbeitseingliederung. Durch gezielte Vermittlung gelinge es, jährlich etwa 200 Personen in Beschäftigung zu bringen, berichtete Amhof. Darunter versteht man praktikumsähnliche Projekte zur Orientierung und Qualifizierung mit dem Ziel einer späteren Festanstellung.
Wie beständig diese Arbeitsverhältnisse seien, zeige die Statistik: 70 Prozent der vermittelten Personen seien nach zehn Jahren noch beim selben Arbeitgeber beschäftigt. Um die Integration zu erleichtern, organisiert das Landesamt für Arbeitsmarktintegration im Herbst erstmals Fortbildungen für Bezugspersonen im Betrieb.
Um die Tätigkeit von Menschen mit Behinderung stärker anzuerkennen, wird das Entgelt für Projekte der Arbeitsbeschäftigung und -integration ab dem 1. Jänner 2027 erhöht. Zusätzlich werden 1,8 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt. Dadurch steigt der Höchstbetrag von 492 auf 650 Euro für Eingliederungs- und Beschäftigungsprojekte sowie von 410 auf 585 Euro für Tätigkeiten in Werkstätten und anderen sozialpädagogischen Diensten. „Leistung verdient Anerkennung“, sagte Pamer.
Beschäftigung als wichtige Säule
Die Arbeitsbeschäftigung sei eine wichtige Säule des Unterstützungssystems, hob Pamer hervor, denn nicht jeder könne oder müsse in den regulären Arbeitsmarkt. Es gehe darum, die Fähigkeiten der Person zu erkennen und die ideale Unterstützung zu finden. Derzeit nutzen 983 Menschen die 57 Werkstätten und sozialpädagogischen Tagesstätten.
Eine weitere Möglichkeit ist der Abschluss individueller Vereinbarungen, um Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zu sammeln. Dabei übernehmen vor allem Sozialgenossenschaften des Typs B eine wichtige Rolle. 2025 wurden insgesamt 466 solcher Vereinbarungen abgeschlossen, 2020 waren es noch 301.
Zudem ging Pamer auf das Projekt „Plus +35“ ein, mit dem öffentliche Körperschaften bei der Anstellung von Menschen mit Behinderung unterstützt werden. 74 Südtiroler Körperschaften beteiligten sich im Vorjahr daran und boten 276 Menschen eine Arbeitsmöglichkeit.






