von lif 18.08.2026 18:53 Uhr

Mehr Kinder bei Verkehrsunfällen am Schulweg verletzt

Im vergangenen Jahr sind in Österreich deutlich mehr Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg bei Verkehrsunfällen verletzt worden als in den Jahren davor. Laut Daten der Statistik Austria wurden 2025 insgesamt 577 SSchüler im Alter von sechs bis 15 Jahren solchen Unfällen verletzt. 

Bild: APA/THEMENBILD

Die meisten der 2025 verunfallten Kinder und Jugendlichen waren zu Fuß unterwegs (32 Prozent). Dahinter folgten Fahrrad (16 Prozent), Moped (15 Prozent), E-Scooter (13 Prozent), Bus (acht Prozent) und Pkw (sieben Prozent). Für den Zeitraum 2022 bis 2025 weist die Statistik insgesamt 1.960 verletzte Sechs- bis 15-Jährige bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg aus. Vier Kinder und Jugendliche kamen dabei ums Leben, 237 erlitten schwere und 1.719 leichte Verletzungen. Burschen verunglückten etwas häufiger als Mädchen: 57 Prozent der zwischen 2022 und 2025 verletzten Kinder und Jugendlichen waren männlich, 43 Prozent weiblich.

In 45 Prozent der Fälle waren die Schüler selbst Hauptunfallverursacher, in 55 Prozent war es ein anderer Verkehrsteilnehmer. 41 Prozent der Verunfallten waren als Lenker mit Fahrrad, E-Scooter oder Moped unterwegs, 38 Prozent als Fußgänger und 21 Prozent als Mitfahrer – etwa im Pkw oder öffentlichen Verkehr. Dabei zeigt sich seit 2022 eine Verschiebung: Während sich weniger Kinder und Jugendliche als Fußgänger auf dem Schulweg verletzten, nahm der Anteil der Mitfahrer zu. Der Verein führt dies unter anderem auf das zunehmende „Elterntaxi“ zurück.

Vor Volksschulen zahlreiche „Elterntaxis“

Gerade vor Volksschulen herrsche kurz vor Unterrichtsbeginn häufig dichter Autoverkehr, weil Eltern ihre Kinder bis vor die Schule bringen. Das gefährde wiederum jene Kinder, die zu Fuß unterwegs sind. An mehreren Schulen habe sich daher die zeitweise Sperre von Straßenzügen vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss bewährt. 

Unfallrisiko ab zehn Jahren deutlich höher

Besonders auffällig ist das steigende Unfallrisiko mit zunehmendem Alter. Nach Analyse der Daten von 2022 bis 2025 ist das Risiko für einen Verkehrsunfall auf dem Schulweg bei Zehnjährigen etwa doppelt so hoch wie bei Siebenjährigen. Bei 15-Jährigen ist es rund 3,5-mal so hoch. Mehr als drei Viertel der verletzten Schülerinnen und Schüler entfielen auf die Altersgruppe der Zehn- bis 15-Jährigen.

„Die Ursachen dafür sind wohl vielfältig“, erklärte Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle von „Große schützen Kleine“. Mit der Radfahrprüfung kämen Fahrrad und E-Scooter als Verkehrsmittel hinzu, bei 15-Jährigen spiele zudem das Moped eine große Rolle. Gleichzeitig seien ältere Kinder und Jugendliche häufiger durch Smartphones oder Kopfhörer abgelenkt. Auch risikoreicheres Verhalten in Pubertät und Jugend, die zunehmende Selbstständigkeit sowie der geringere Einfluss der Eltern könnten eine Rolle spielen.

„Große schützen Kleine“ empfiehlt Eltern, den Schulweg rechtzeitig vor Schulbeginn gemeinsam mit ihren Kindern zu trainieren. Dabei sollten sichere Querungsstellen, mögliche Gefahrenstellen und das richtige Verhalten im Straßenverkehr besprochen und praktisch geübt werden. Zudem sollten Eltern ausreichend Zeit für den Schulweg einplanen und darauf achten, dass Kinder unterwegs nicht durch Smartphones, Kopfhörer oder andere Dinge abgelenkt werden.

APA/UT24 

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