von ih 11.08.2026 07:33 Uhr

FPÖ Tirol stellt Pflichtmitgliedschaft in Wirtschaftskammer infrage

Die Kritik an der Wirtschaftskammer und der verpflichtenden Mitgliedschaft von Unternehmern reißt nicht ab. FPÖ-Tirol-Landesparteiobmann Markus Abwerzger nimmt die jüngsten Einwände der Tiroler Tourismusvereinigung zum Anlass, das österreichische Kammersystem grundsätzlich infrage zu stellen.

Bild: APA/EXPA/JOHANN GRODER

„Gerade die jüngsten Skandale in der Wirtschaftskammer haben gezeigt, dass massiver Handlungsbedarf besteht“, sagt Abwerzger. Er verweist dabei unter anderem auf den Fall des Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck. Auch der Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2026 sei aus seiner Sicht ein weiterer Grund, das System zu hinterfragen. Demnach wurden insgesamt 25,73 Millionen Euro an Funktionsentschädigungen ausbezahlt.

Für Abwerzger stellt sich damit zunehmend die Frage nach der Legitimation der Wirtschaftskammer als gesetzliche Interessenvertretung. „Eine Standesvertretung, die mehrheitlich von den Pflichtmitgliedern in Frage gestellt wird, hat keine Legitimation mehr“, so der FPÖ-Landesparteiobmann.

Unterschiede sieht Abwerzger zwischen der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer. Bei der Arbeiterkammer gebe es seiner Einschätzung nach mehr Rückhalt und eine stärkere Identifikation der Mitglieder mit ihrer Interessensvertretung.

„Da macht der Zwang der Mitgliedschaft eher Sinn“, meint Abwerzger. Die Wirtschaftskammer hingegen sei für viele Unternehmer nach wie vor eine „ungeliebte Zwangskammer“. Die FPÖ Tirol fordert damit erneut eine grundsätzliche Debatte darüber, ob die Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer noch zeitgemäß ist.

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